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1 (1890)
Entstehung
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eine Klage wegen ihrer Ansprüche auf Saarwerden an, woraufendlich, nach länger als 40 Jahren, im Jahre 1629 ein Haupt-urtheil erfolgte. Weil darin aber die Leiningenschen Ansprücheunentschieden gelassen waren, so begann eine neue Klage, diezwar durch den 30jährigen Krieg unterbrochen, aber 1790 vomReichskammergerichte wieder aufgenommen und bis zum Aus-bruche der französischen Revolution fortgeführt wurde, jedochohne allen Erfolg blieb, so dass dem Hause Leiningen diesesihm mit Rechtirzustehende, sehr beträchtliche Erbe entgangenist, grösstentheils durch die verrufene! SaumseligkeitMes Reichs-kammergerichts, welches auch diese Sache auf dielange Bank"schob 1 ).

Daneben traten unter den beiden Leininger Linien selbstfast unaufhörlich Irrungen und Streitigkeiten auf, die zwar stetsdurch Verträge beendigt wurden, aber, da bald die eine, balddie andere Linie sich für benachtheiligt hielt, immer neueZerwürfnisse im Gefolge hatten, bis dieselben nach dem Mün-digwerden der beiden Junggrafen Johann Ludwig und PhilippGeorg, Söhne Emichs X., im Jahre 1604, am 4. Mai, durch einenVergleich zum endgültigen Abschlüsse gebracht wurden.

Emich XI. liess sich die Forderung der materiellen Inter-essen, sowie besonders die geistige Heranbildungiseiner Landes-kinder sehr angelegen sein und brachte durch zweckmässigeAnlagen und Einrichtungen sein Land wieder zu schönerBlüthe. Als äusserst wirksam zur Milderung der herrschendenRohheit erwies sich namentlich die Anlage der durch ihn auseigenem Antrieb gegründeten und aus eigenen Mitteln dotirtenhöheren lateinischen Schule in Dürkheim. Auch persönlichstand er, wegen seines ehrenhaften Charakters und seiner vor-trefflichen Eigenschaften bei Hoch und Niedrig in der höchsten

l) Lehmann. Urkdl. Gesch. d. Hauses Leiningen S. 233 u. 234.