Druckschrift 
1 (1890)
Entstehung
Seite
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Grafen Emich VIII. und seinen Söhnen statt, in ■welcher dieleinin genschen Schlösser Hardenburg, Frank enstein,-Grevenstein,Falkenburg, Lindelbronn, Dagsburg etc. namentlich aufgeführtwerden. Graf Emich konnte sich dem Begehren der Söhnenicht entziehen und gab ihnen Hartenburg und Frankensteinmit allen Dörfern. Grevenstein war der Mutter als Witthumzugeschrieben; Falkenburg, Lindelbronn und Dagsburg mitallen Dörfern und Nutzungen aber behielt er selbst, dochmussten seine Söhne zur Unterhaltung dieser Festungen ihmjährlich 748 Gulden erlegen und sich verpflichten, ihre Schwe-stern in Klöstern oder ehelich zu versorgen.

Eine mit der Pfalz neu eingetretene Irrung scheint nichtvon grossem Belang gewesen zu sein; sie wurde vom KaiserMax 1518 vermittelt und noch in demselben Jahre stellte sichzwischen beiden Thoilen ein friedliches Verhältniss 1 ) her.

Während der Dauer der Reichsacht Emichs waren vieleUnterthanen in die Pfalz übergesiedelt; dafür versprach derpfälzer Kurfürst ihm eine Entschädigung von 6500 Gulden,und dem Vertrage von 1518 gemäss wurde Emich der Jüngere(IX.) von Pfalzgraf Ludwig VI. im Jahre 1522 für sich undseine Brüder mit den pfälzischen Lehen beliehen (LünigReichsarchiv XXII. 416).

Trotz aller schlimmen Erfahrungen aber, und wohl wegender erlittenen Verluste gereizt, konnte Emich auch jetzt noch nichtzum Stillsitzen gelangen. Seine erste Waffenthat nach dieserRuhe galt freilich nicht dem Wiedergewinn verlorener Be-sitzungen; er überfiel im Jahre 1523 nahe der Dagsburg MetzerKaufleute, nahm ihnen ihre werthvollen Waaren, erschlug ihreKnechte und brachte den Raub nebst zwei gefangenen Söldnernnach der Dagsburg. Carl V. gebot die Freilassung der Ge-fangenen, und als der Graf sich um dieses Gebot nicht kümmerte

') Urkunde im Filialarchive ■ zu Speyer.