Druckschrift 
1 (1890)
Entstehung
Seite
237
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wollte die Feste nimmermehr dem Pfalzgrafen ausliefern undsandte heimlich an den Herzog von Wiirtemberg nach Greven-stein, den sie bitten liess, Besitz von der Hartenburg zu er-greifen; sie hegte die Ueberzeugung, die Burg von demselbenspäter wieder zurück zu erhalten, was auch gelang, und sowar die Belagerung des Pfälzers vergebens 1 ),

Während dem hielt Graf Emich sich theils in Ormes,theils in dem zur Abtei Weissenburg gehörigen SchlosseSt. Bernard auf; er hatte Alles verloren und nichts war ihmgeblieben, als die Hartenburg und seine Gemahlin.

Vergeblich bot er Alles auf, sich bei dem Kaiser zu recht-fertigen; hatte er doch am kaiserlichen Hofe in Graf Philippzu Leiningen-Westerburg einen gefährlichen Gegner und so zoger nun unstät umher. Ja, er ging sogar mit der Absicht um,in der Schweiz das Bürgerrecht zu gewinnen, bis endlich diewegen seines Zuzuges nach Frankreich vom Kaiser Max überihn verhängte Reichsacht im Jahre 1518 aufgehoben und dabeizugleich eine Uebereinkunft zwischen Pfalz und Leiningenerrichtet wurde, wonach der Kurfürst nun statt eines Drittelsder Dörfer Hassloch, Igelheim und Böhl die Hälfte derselbensammt der Jagd im Hasslocher Walde als Entschädigung be-kommen solle, die gefangen gehaltenen Kinder des Grafen aberdiesem zurückgeben und einem der Söhne die pfälzischenLehen ertheilen müsse.

Schon vorher, im Jahre 1509, während die Waffen geruhthatten, und eine Zeit lang Frieden herrschte, hatte PfalzgralLudwig den Grafen Emich und dessen Bruder mit dem SchlossFalkenstein nebst Zubehör belehnt, ferner mit der Fischereizu Niedernheim, mit dem Burgstadel zu Rudolfzheim und60 Malter Weizen auf den Dörfern Bisselheim, Gessesheim, und

') Lehmann, urkundl. Gesell, S. 207.