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1 (1890)
Entstehung
Seite
231
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noch Fehden vorkamen und einzelne besonders kampflustigeHerren sich hervorthaten. Zu diesen letzteren Dynasten ge-hörte Graf Emich VIII.

Zunächst musste auf das Begehren seiner Brüder zu einerTheilung geschritten werden^ welche denn auch durch Schieds-männer dahin festgesetzt wurde, dass Emich VIII. die schon vomVaterihm gegebenen Besitzungen (die Limburger und dieMainzerLehen) behielt, alles Uebrige aber in zwei Theile getrenntwürde, wovon Graf Emich VIII. den einen Theil bekommen,der andere aber unter die Geschwister vertheilt werden sollte(Donnerstag nach Apollonientag 1501).

Nach des Bruders Friedrich! kinderlosem Hinsterben fielendessen Güter bald wieder an das Haus; überhaupt kamendie bedeutendsten andern Stücke dieses zweiten Theiles späteran das Haus zurück.

Wie schon angedeutet, gehörte Emich VIII., gleich seinemVater, zu den unruhigen Geistern, denn trotz des Landfriedenshatte er fortwährend Zwistigkeiten und oft recht schlimmeFehden. Namentlich war es wieder die Pfalz, welche allerdings

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seinem Hause schon viel Uebles, zugefügt hatte, gegen die derGroll in ihm nie erlosch, da er ihr nicht verzeihen konnte,dass unter pfälzischem Beistande die Hessoischen Lehen seinemStamme entrissen waren. Er erweiterte und befestigte daherseine Burgen, besonders die ohnehin starke Hartenburg, undbaute statt der älteren 1460 zerstörten Burg in Kl. Bockenheimeine neue Feste, welche er die „Emichsburc" benannte 1 ).

Da begann 1504 der bayrische Krieg sich auch nach demRheine hin zu ziehen; über Kurfürst Philipp ward die Reichs-acht ausgesprochen, und die Fürsten und Grafen, welchen allen,namentlich durch Kurfürst Friedrich, viel Schaden zugefügt

') Von welcher heute noch Stallungen und andere gewölbte Parterreräumlich-keiten — auch ein reizend stilisirtes Einfahrtsthor - erhalten sind.