Druckschrift 
1 (1890)
Entstehung
Seite
230
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Im Jahre 1489, am Michaelis tage, verkaufte Georg Weckervon Leiningen-Rixingen (der mit seinem Bruder Hanne manngetheilt hatte) nebst seiner Gemahlin Maha an seinen VetterEmich VIII. seine Antheile an den Burgen und StädtenRixingen, Mauersmünster, Geroldseck, Mörsberg und Saareckmit allem Zubehör für 20000 Goldgulden, jedoch unter derBedingung, dass diese Güter nie von den Leinmger Stamm-gütern getrennt werden dürften 1 ). Ueberhaupt scheint mandamals ernstlicher als je bestrebt gewesen zu sein, die Stamm-lande wieder zu einem Ganzen zu vereinigen: ein Bestreben,welches sich auch schon bei der Theilung der ErbschaftEmichs VI. zwischen Emich VII. und seinen Brüdern Schafriedund Bernhard deutlich erkennen lässt. Der (durch den Verlustvon Gutenburg und Brumat allerdings geschmälerte) AntheilSchafrieds war nach 1 dessen kinderlosem Tode'seinem BruderEmich ohnehin schon wieder zugefallen, und zu Worms,Dornstag nach Oculi, 1495, vier Tage nach Emichs VII. Tode,übergab nun auch Graf Bernhard gegen eine jährliche Leib-rente alle seine Besitzthümer seinem Neffen Emich VIII. alserb- und eigen, nämlich zwei Drittel von Grevenstein 2 ), dannseine Theile an Lindelbronn, Dagsburg und Frankenstein nebstallen dazu gehörigen Dörfern und Ländereien.

In diesem Jahre nahm Emich VIII. mit seinen Brüdernan dem von Maximilian I. berufenen Reichstage Theil, aufwelchem der ewige Landfrieden beschlossen und gegen dieUebertreter zahlreiche schwere Strafen verhängt wurden, undzwar sollte über solche Fälle das zu diesem Zweck neu ein-gesetzte Reichskammergericht entscheiden. Wirklich erwiesdieser Landfrieden sich als segensreich, wenn auch immer

1 ) Die Kaufsumme wurde bar erlegt.

2 ) l* as fehlende Drittel gehörte Emich bereits zu, so dass er nun allo dreiDrittel besass.