- 219 -
bisher jenem Landgrafen zuständigen Dagsburger Güterzu, die denn auch bei der Hartenburger Linie verblieben.Der Wormser Bischof hatte sich erboten, dem Kurfürsten dieHälfte der Burg Neuleiningen nebst Zubehör, so wie die Hälfteder übrigen Lehen Hesso's zu überlassen, und da auch dieGräfin Margarethe ähnliche Erbietungen gemacht hatte, sotheilte dies der Kurfürst am 6. Juli 1467 dem Grafen Emichauf dessen die Erbschaft Hesso's betreffende Eingabe 1 ) mit undbemerkte dabei, er müsse als Landesfürst jenen Petenten bei-stehen 2 ). Darauf antwortete Graf Emich an demselben Tage 3 ),schrieb auch nochmals am 7. December, aber ohne Erfolg; soerhielt der Pfalzgraf durch seine Gewalthätigkeit einen Zuwachsvon 23 leiningenschen Ortschaften aus Hesso's Nachlasse 4 ).
Nun wandte sich Graf Emich an den Kaiser, und diesertrat für ihn ein 5 ). Als aber auch dies vergeblich blieb, richtetGraf Emich ein Gesuch geradezu an den Kurfürsten 6 ), und daer hier ohne jede Antwort blieb, so waren hiemit alle gütlichenMittel erschöpft.
Direct verliehen wurden ihm von dem Abt Jakob vonWeissenburg die von seinen Vorfahren schon besessenen DörferLangenden, Larsgesheim (?) und 100 Morgen Landes zu
') Liinig, Spioil. saeo. p. 407.
2 ) Liinig, Reichsarchiv XXII. 408.
:< ) Ebendaselbst.
4 ) Kremer, Gesch. Friedrichs p. 398; dessen Speyersche Chron. p. 495. Es
bestand dieser Zuwachs aus der Vogtey zu Osthofen, dem Gericht zu Uebersheim,den Dörfern Rheindürkheim und Hamm zur Hälfte etc. (siehe weiter untenj.
6 ) Dies geschah in einem Mandat vom 28. Oct. 1467, bei Liinig, Keichs-archiv XXII. 410, aufgeführt auch in der Gründl. Refutat. etc. pag. 12, worin derKaiser Friedrich III. der Wittwe Margaretha von "Westerburg aufgiebt, ihre An-sprüche an die Lehen aufzugeben.
6 ) Sonntag Estomihi (21. Fehl' 1468) in Lünig, Reiehsarch. XXII. 413.