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Er stutzte anfangs darüber, ritt dann aber auf ihn zu undredete ihn mit den Worten an: „Emich, Du und ich sind inharter Feindschaft gewesen und haben einander viel Leidesund einen grossen Schaden zugefügt, — wessen soll ich michheute, an diesem entscheidenden Tage, von Dir versehen!"Worauf ihm derselbe erwiderte „Gutwillig kam ich mit meinemgnädigen Herrn von Mainz Euch zu Hülfe gezogen und will Leibund Leben für Euch wagen!" Dess erfreute sich Friedrich, gabihm den Ritterschlag und liess darauf die ganze Schlacht-ordnung gegen die Feinde aufbrechen').
Die Beschreibung dieses Krieges hat sich weit über denRahmen dieser vorzugsweis genealogischen Geschichte hin aus-gedehnt; doch geben die erzählten Vorfälle besser als jede Er-örterung ein getreues Bild von der damaligen Zerfahrenheitder Zustände im Reiche; denn selbst nachdem nunmehr Allesberuhigt zu sein und die Streitlust ausgetobt zu haben schien,glühte der Funke doch unter der Asche noch fort.
Im Jahre 1465 nahm Kaiser Friedrich III. die GrafenEmich und Bernhard, nebst ihren sämmtlichen Besitzungen,in seinen und des Reiches besonderen Schutz 2 ), und die nunfolgende Friedenszeit benutzten die Leiningen, ihre verwüstetenBesitzungen, die der Aufhülfe so sehr bedurften, wieder inbesseren Stand zu bringen. Leider aber sollte der noch glim-mende Funke nur zu bald wieder aufflammen; denn die Ruhewährte nicht lange. Es hatte sich der Zwist um den Nachlassdes zum gefürsteten Landgrafen erhobenen Hesso erhoben,welcher kinderlos gestorben war. Auch seine Geschwisterwaren kinderlos dahingeschieden, mit Ausnahme seiner jüngstenSchwester Margaretha, die seit 1422 an Reinhart III., Dynasten
') Kremer, Gesch. des Kurf. Friedrichs I. v. d. Pfalz, Theil I. Buch III.pag. 300.
-) Montag vor St. Gallus (14. Oct.) s. Lünig, Eeichsarch. a. a. 0. p. 402.