Druckschrift 
1 (1890)
Entstehung
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Graf Emich war, wie schon erwähnt, auch Rath bei demErzbischof Dicther von Mainz. Als dieser mit dem Papsteverfiel, wurde der Erzhichof in den Bann gethan, und Graf Adolphvon Nassau statt seiner zum Erzbischofe ernannt. Nun zogsich Diether in die Hauptfeste seines Sprengeis, die Starken-burg, mit Graf Emich und vierzig Reitern zurück, beschwerte sichbei dem Kurfürsten von der Pfalz und verschrieb ihm gegen Ende1461 die Bergstrasse zum ewigen und eigenen Besitzthum, wenn erihm wieder zu seinem Hochstift verhelfen wolle. Dadurch aberwurden der Kaiser und verschiedene Reichsfürsten veranlasst,Friedrich den Krieg zu erklären und bald sah sich dieser vonFeinden umgeben. Monate lang wüthete nun abermals Mordund Brand in den Rheinlanden; da zog der Kurfürst den Erz-bischof Diether nebst 300 Pferden unter Graf Emichs Commandoan sich, wurde ausserdem durch den treuen pfälzischen Adelverstärkt und schlug 1462 die entscheidende Schlacht beiSeckenheim, worin er seine überlegenen Feinde durch dieHülfe; E mi chs VII., welcher das Centrum befehligte, glänzendbesiegte. Markgraf Carl von Baden und dessen Bruder, derBischof Georg von Metz, der Graf Ulrich von Würtemberg,nebst 121 Edlen und Rittern mit 300 Knechten wurden zuGefangenen gemacht und viele kostbare Beute erworben 1 ).

Als Kurfürst Friedrich der Siegreiche von der Pfalz vorder Schlacht bei Seckenheim (30. Juli) die Schlachtreihen ein-getheilt hatte, nahm er, um den Muth der Adligen anzufeuern,den üblichen feierlichen Ritterschlag vor und er selbst liessdiese Ceremonie an sich durch Wiprecht von Helmstadt ver-richten. Als er nun vor den Reihen der mit Nusslaub, alsdem Feldzeichen, gezierten Kriegern auf und ab sprengte, ge-wahrte er, dass Graf Emich von Leiningen in dem Mittelpuncteüber den Kern seiner Truppen zum Anführer bestellt war-

') Kremer, Gesch. Friedr. I. y . d. Pfalz, II. 299 u. 300.