- 218 -
A. 600 wohlgerüstete Pferde; gefangengenommen wurden vierGrafen (darunter Graf Emichs Bruder, der Domherr Philipp)nebst 148 Edeln und Rittern und über 500 Mann. Graf Emichselbst und der Erzbischof Diether entkamen.
Am 8. Juli versöhnte sich der Kurfürst mit dem MainzerErzbischofe und dem Grafen Ulrich von Würtemberg; abernicht mit Graf Emich VII. und dem Grafen von Veldenz; viel-mehr zog er mit dem Landgrafen Ludwig von Hessen gegendie Grafen von Leiningen und von Veldenz und brandschatzteGuntersblum, Bechtheim, Hirsheim und Karlebach 1 ), und be-lagerte sodann vom 19. bis 23. August 1460 das Leiningen'scheSchloss Hassloch, das sich am 5. Tage ergab 2 ) und ihm nebstBöhl und Igelheim huldigen musste: ferner nahm er vom 23.bis 28. August das leiningensche Schloss Minfeld, das sich ihmam letzgenannten Tage ebenfalls ergab 3 ), verwüstete in Ge-meinschaft mit Friedrich von Sponheim das Dürkheim er Thalbis Hartenburg 4 ), zerstörte zugleich noch 9 andere leiningenscheOrte und zog dann verheerend in die Veldenz'schen Dörfer amDonnersberge, während die Leiningen das dem auf pfälzischerSeite stehenden Bischof von Speyer gehörige Forst und Dei-desheim in Asche legten 5 ). Den Winter über ruhte man, dochblieben Graf Emich und der Veldenzer unter Waffen. In-zwischen zog der Kurfürst ein Heer von 10,000 Mann zusammen
Saxonia, Albert, marchio Brandenb. et comes Ulricus de Württemberg. Omnescum omni vi et potentia litigaruut.
') Speyer'scbe Chronik, 439; M. Kemnat a. a. 0. II. 334.
2 ) Kemnat, a. a. 0. II. 351.
3 ) Speyer'sche Chronik, 447 ; Kemnat II., 351.
4 ) Speyer'sche Chronik, 448; Kemnat II., 351.
5 ) In dieser Erzählung folgte ich, jedoch mit Vorsicht, den Mittheilungen inM. v. Kemnats Chron. Friedrichs I., Bd. II., pag. 367 u. f.; desgleichen Lehmann,und ganz besonders Kremer, Geschichte des Kurfürsten Friedrich I. v. d. Pfalz,I. 148 bis 19G u. III. 223 bis 231.