Druckschrift 
1 (1890)
Entstehung
Seite
195
Einzelbild herunterladen
 

— 195 —

Als in späterer Zeit die Fehden und Gewaltsamkeitennicht nur nicht nachliessen, sondern immer weiter um sich zugreifen drohten, stand Graf Emich in vielen derselben haupt-sächlich in Verbindung mit dem Herzoge Stephan (besondersin den Jahren 1426 bis 1428) gegen die Dynasten von Ge-roldseck im Elsass, sodann mit dem pfälzischen Amtmann zuDirmstein, Kuno von Rodenberg (1428), und zwar wegen Rox-heim, in welchen Streit auch das Wormser Capitel verwickeltwar, und mit anderen Grafen und Herren, sodass diese Jahrefür ihn sehr unruhig und dabei kostspielig waren. Auch mitden Dynasten Jacob und Ludwig von Lichtenberg im Elsasskam er in neue Streitigkeiten, welche in ihren Folgen fürEmichs Familie sehr nachtheilig waren. Sie entsprangen ausIrrungen wegen der Hälfte von Brumat (und Schloss Wirrstem),die Emichs Gemahlin von ihrem Vater als Aussteuer bekommenhatte, welche zur Hälfte aber den Lichtenbergern gehörten.Graf Emich aber weigerte sich, die Einkünfte und Gülten zurHälfte herauszugeben. Zur Beilegung des Zwistes wurde einTag angesetzt, und späterhin, im Jahre 1436, die Sache durchSchiedsrichter endgültig entschieden 1 ).

Die sogenannten Hirschhorn'schen Lehen 2 ) wurden un-beanstandet immer von Neuem wieder verliehen, so 1427 demGrafen Emich VI. durch Hans von Hirtzhorn, 1445 ebenso durchCaspar von Hirtzhorn; 1454 von demselben dem Junker Emich;1468 durch Melcher vom Hirtzhorn dem Grafen Emich; 1477durch Otto vom Hirtzhorn, einem Ritter, dem Grafen Emich;

') Beruh. Hertzog, Elsäss. Chron. V. 15 nennt als Emichs Gesandten denHenne Horneck, einen Jungen von Ertzberg, und als Gesandten des Lichtenbergersden Gerhard Schaub; ersterer habe nun den letztern auf der Rückkehr vonCleeberg gefangen genommen und in das Schloss "Willenstein gebracht.

•) Die Hirschhorn'schen Lehen bestanden aus Dorf, Vogtei und Gerichtzu Ruchheim.

13*