Druckschrift 
1 (1890)
Entstehung
Seite
187
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gendes zu Stande brachte: — Erzbischof Johann musste- zu-nächst Gottfried, und seine Freunde von dem Banne befreienund erkannte alsdann dem Ersteren die Einkünfte als Dom-propst zu, in welcher Stellung er ihn auch gegeniRom schützenwerde. Ferner wies ihm Wenzel jährlich 400 Gulden auf denReichszoll in Selz an und wirkte bei dem Papste aus, dassderselbe jenem das erste erledigte deutsche Bisthum verleihenwolle (1398), und dieser päpstlichen Zusage fügte König Wen-zel eidlich auch noch diejenige hinzu, dass er „seinen liebenNeffen Jofried'' einen der erzbischöflichen Stühle in Mainz,Trier oder Cöln bei der ersten Erledigung, oder auch sonstjedes freiwerdende Bisthum (nur Bamberg und Würzburg aus-genommen) verschaffen wolle. Auch der Mainzer ErzbischofJohannes selbst versprach am 5. Febr. 1408"), dazu ernstlichbeitragen zu wollen. Aber obwohl dem Domprobst Jofriedöfter eine solche geistliche Würde in Aussicht gestellt wurde,so erhielt er doch keine derselben und starb als Domprobst zuMainz und Custos zu Cöln.

Es wirft dieser Vorfall ein helles Dicht auf die Zuständeund Zerfahrenheit der damaligen Periode, und lässt erkennen;,wie sehr auch in jener Zeit der niemals ruhende Kampfzwischen Clerus und Staat sich regte, und wie auch in diesemFalle Rom den Sieg davontrug.

Uebrigens kam durch diese Zurücksetzung seines Bru-ders Graf Emich VI., wie schon angedeutet, in eine sehr übleLage. Nach Erwählung seines Bruders zum Erzbischofe hatteer mit dem Erzstift Mainz ein enges Frcundschaftsbündnissgeschlossen, und (gemeinschaftlich mit seiner Gemahlin Claravon Vinstingen) dem Erzstifte nicht nur seine sämmtlichen

! ) „An dem nahesten Durnstag nach vnser Frauwen purificatio," s. Guden.Cod. dipl. IV. 38.