Aber nicht bloss in öffentlichen, sondern auch in Fami-lienangelegenheiten war Graf Emieh genöthigt, handelnd einzu-treten, worauf auch schon bei seinem Bruder Gottfried, hinge-deutet wurde. Dieser, ein kluger und gelehrter Herr, Domherrzu Mainz, ward 1396, wie bereits oben kurz erzählt ward, vondem grössten Theile des Domcapitels zum Erzbischof er-wählt, allein 9 andere Stimmberechtigte waren nicht einver-standen mit der Wahl, sondern stimmten für den GrafenJohann von Nassau. Nun versprach, allerdings erst nachvielen Weiterungen, König Wenzel zwar 1296, die Wahl zuunterstützen, verwendete sich für Jofried auch bei dem Papsteund eben da sagte ihm der Markgraf von Sachsen 1397 seineUnterstützung zu, doch blieben alle Bemühungen ohne gün-stigen Erfolg. Graf Johann von Nassau sparte weder Geldnoch Versprechungen^um indem Streite obzusiegen; er reistezu dem Zweck sogar nach Rom und brachte den Papst Boni-fatius IX. wirklich dahin, ihn am 24. Jan. 1397 zum Erz-bischofe von Mainz zu ernennen 1 ). Zwar legte Jofried, da ervon der Mehrzahl gewählt war, Wiederspruch ein, erreichteaber damit nichts Anderes, als dass er auch noch in den Banngethan wurdet Die ganze Angelegenheit schloss damit, dassKönig Wenzel im Jahre darauf durch seine Vermittelung Fol-
und ist das Burglaa (kleine Burg) so ausser Heidelberg liegt, bei der Pi'arro zuSaut Peter, unser Burglehen."
9 Guden Cod. dipl. III. 615 bis 638; "Würdtwein, Subsid. nova I. 408;Trithem, Chron. Hirsaug., II. 300. Alle diese Gewährsmänner geben urkundliche Be-weise für das bisher Erzählte. Die nachfolgenden Thatsachen hat Lehmann inseiner Geschichte des Hauses Leiningen sehr hübsch zusammengestellt. Lehmanniührt zwar selten seine Quellen an, ist aber ein ziemlich zuverlässiger Forscherund mit den betreffenden Verhältnissen gründlich bekannt, so dass man seineErzählungen wohl auf Treue und Glauben/Jannehmen kann, Auch genügen dievorhin angeführten Quellen.