- 184 -
erledigtes Reichs!ehen übergab (des nebesten Sunnabends vorder Creutzwoche, 10. Mai), wobei er ihn zugleich ermächtigt,auf dem Rheine von allen Kaufmannsgütern einen Zoll zuerheben 1 ), und am 29. November 1394 (Prag, an sant Andreas-abent) ernannte er ihn zum Landvogt im untern Elsass.An demselben Tage erlässt Graf Emich VI. als KaiserlicherHofrichter ein freisprechendes Urtbeil zu Gunsten des JudenVifes und der Jüdin Rechlein 2 ). Gleichfalls in dieses Jahr fälltein Compromiss zwischen Johann von Sponheim und Emichwegen eines streitsüchtigen Dionstmannes 3 ).
Dass in Folge seiner hohen Amtsstellung sich nun alle,welche gegen die noch immer zunehmenden Gesetzlosigkeitendes Schutzes bedurften, an den Landvogt und Stellvertreterdes Kaisers schlössen, ist natürlich, und so waren es namentlich7 Reichsstädte, welche am 14. April 1395 4 ) in Ebenheim mitihm einen Schutzverein errichteten. — In demselben Jahre,am 15. October 5 ), verbündete er sich, auf ganz besonderenWunsch des Königs, auch mit dem Bisthum und der StadtStrassburg nebst den elsässischen Reichsstädten gegen derenFeinde.
Wie wir weiter oben sahen, hatte Emich schon 1386 seinenTheil an Brumat 6 ) und Guntersblum an das Erzstift Mainz
') Lünig, Reichs-Archiv XXII. 391.
-) Prag, am 27. Nov. 1394. Das Original befindet sich im Cölner Stadt-archiv.
3 ) Auszug aus dem Regesteninventar der Dagsburgischen Urkunden in derPariser Nationalbibliothok; Excerpt im Archive des Grafen K. E. zu Leiningon-Westerburg.
4 ) Schoepflin, Als. dipl. II. 295.
5 ) Daselbst.
6 ) Bernh. Hertzog in seiner Elsäss, Chronik III. 38, erzählt, im J. 1389sei Brumat durch die Grafen von Leiningen, „die Anspruch darauf hatten 1 ', ver-brannt worden, was aber irrig sein wird, da auf Brumat das Witthum vonEmichs Gemahlin Clara verlegt war.