— 177 —
Von keiner der beiden Gemahlinnen ist das Todesjahrbekannt; doch war Lucarde jedenfalls schon 1360, spätestens1361 verstorben, da Graf Emich sich bereits 1362 wieder ver-mählte. Margarethe aber überlebte ihn; jedenfalls finden wirsie noch 1381, da sie in diesem Jahre, nach dem Tode ihresGemahls, mit ihrem Sohne ein Uebereinkommen wegen ihresWitthums traf.
Aus beiden Ehen stammten 7 Kinder, nämlich 5 Söhneund 2 Töchter, und zwar:aus erster Ehe:
1. Jofried (Scliafrit, Schaffried.) Nach ErzbischofConrad's Tode, namentlich auf Betrieb;, des Dechanten Eberhard,im Jahre 1396 von einem grossen Theile des Mainzer Dom-eapitels zum Erzbischofe erwählt, aber vom Papste Bonifacius TX.(der dem Grafen Johann von Nassau bevorzugte) nicht be-stätigt 1 ), erscheint er nachher als Domprobst zu Mainz undDomcustos zu Cöln, wo er im Jahre 1407 noch am Lebenwar. — Seine Wahl war trotz aller Fürsprache nicht zur Aus-führung gekommen, obwohl noch im Jahre 1396 König Wenzelden zum Erzbischof Erwählten zu schützen versprach, falls erihm den Eid der Treue schwöre 2 ). Selbst noch im Jahre 1397nimmt das Mainzer Capitel entschieden Partei für Graf Jofriedvon Leiningen gegen den Grafen von Nassau als Prätendenten 3 ),
') Bei Rommol, Gesch. v. Hessen II. 182 in der Anmerkung heisst es da-rüber: — „Johannes II. von Nassau-Wiesbaden (der jüngere Bruder weiland Erz-bisehofs Adolph 1395—1413, einer der schlauestenf und kühnsten Prälaten, derzu Rom, wo er seinen Nebenbuhler,' den Grafen Gottfried von I.einingen beiBonifaz IX.. verdrängte,b für seinen Vorgänger und für sich 300,000 GuldenFalliwmsgelder zahlte und kaum den Händen römischer Wechsler entging, derEuldaundUersfeld fast ganz unterjocht^Hanaü besetzte und meist zu Babenhausen wohnte."
2 ) Urkunde in der Pariser Nationalbibliothek, nach der in dem Archivedes Grafen IC. E. zu Leiuingen-Westerburg befindlichen Regesten-Sammlung.
:t ) Urk. ebendaselbst.
Brinekmeier, Leiningen. 12