schon bei Lebzeiten an eine eventuelle Ueberträgung seinesEi'bes an seinen Schwager, den Gemahl seiner Schwester Lul-garde, dachte. Seine älteste Schwester, Elisabeth, hatte nureine Tochter und einen Sohn, der aber Geistlicher wurde,gehabt, und die zweite, Alberat, war ohne Kinder geblieben(oder vielmehr, ihre etwaigen Kinder müssen zeitig gestorbensein, da sie sich in der weiter oben angeführten Urkunde„marito et liberis orbata" nennt), so dass die Nachkommender dritten, Lutgarde, die Erben waren. Simon II., Graf vonSaarbrück, und später dessen jüngerer Sohn Friedrich kommenbereits in mehreren Urkunden Friedrichs I. vor, und nachFriedrichs I. Tode trat dann auch sein Neffe, Friedrich IL,wirklich das loiningensche Erbe an.
Dass Graf Friedrich I. im Laufe des Jahres 1:220 bereitsverstorben war, erhellt aus einer Urkunde, in welcher seineGemahlin, wie wir gesehen haben, in diesem Jahre sichbereits Wittwe nennt. 1 )
In der „Manesse'sc-hen Handschrift" wird als Dichter desunter Nr. 13 mitgetheilten Liedes „Grave Friderich v. Leiningen'genannt, ohne nähere Bezeichnung; doch deuten alle Umständedaraufhin, dass dieser Dichter nur Friedrich I. gewesen sein kann.Abgesehen davon, dass das Gedicht selbst in seiner ganzenArt und Weise auf eine sehr frühe Zeit des Minnesangeshinweist, war gerade Friedrich I. derjenige, welcher die Fahrtnach Apulien (Pulle), auf welche dies Lied sich bezieht,machte, und diese Fahrt deutet zugleich auf eine der Kreuz-fahrten hin, welche in der Hohenstaufenzeit gewöhnlich überApulien gingen. Wirklich nennt auch das Gedicht von derKreuzfahrt des Landgrafen Ludwig von Thüringen (Nr. 7 beiHagen), der im Jahre 1199 eben diesen Weg nahm, im Heere
') Krcmer, Orig. Nassov. IL 201.