Druckschrift 
1 (1890)
Entstehung
Seite
29
Einzelbild herunterladen
 

29

Das Stammhaus aller von nun an folgenden Grafen vonLeiningen ist

das Hans Saarbrücken,

eins der ältesten und mächtigsten Dynastengeschlechter, demzwar auch eine Anzahl anderer hochangesehener und illustrerGeschlechter (wie die Herzöge von Niederlothringen, die Grafenvon Bar, von Luxemburg etc.) ihren Ursprung verdankten,das aber für uns speciell dadurch von Wichtigkeit ist, dass esdas im Mannesstamme erloschene Haus Leiningen fortsetzte.

Unter diesen mächtigen Dynasten befand sich im 10. Jahr-hundert ein Herr Namens Wigericli, der nach dem ausge-dehnten Walde, welcher zum grossen Theil seine weitenBesitzungen bedeckte, sich Graf von den Ardcnncn nannte.Wigericli (f 945) hatte 5 Söhne, von denen zwei Geistlichewurden, die drei übrigen mehrere erlauchte Häuser stifteten,und zwar hinterliess der fünfte Sohn, Sigebert, Graf imMoselgau, Vogt der Abteien St. Maximin und Echternach(gestorben 998) wiederum mehrere Kinder, von denen Friedrichdie Familie fortsetzte. Dieser war der Vater des Herzogsvon Niederlotliringen, Herzogs Heinrich von Bayern (1040 bis1047), des Grafen Gieselbert von Luxemburg (f 1059), desBischofs Adalbert von Metz (1047 bis 1072), und von Sigebert,Grafen im Saargau, dem Stammvater des Hauses Saarbrück. 1 )

Sigebert scheint bei der Theilung des väterlichen Erbesnamentlich alle an den Ufern der Saar gelegenen Güter be-kommen zu haben; auch das Schloss Saarbrück, anfangskaiserliches Lehn, wurde ihm in der zweiten Hälfte des elftenJahrhunderts nach dem Tode seines ältern Bruders Friedrich,

') Kremer, Grenoal. Gesch. des Ardcnnischcn Geschlechts u. des zu demselbengehörigen Hauses der ekomal. Grafen zu Saarbrücken (Frankf. 1785) pag. 290 f.;Köllner, Gesch. des vormal. Nassau-Saarbrückischen Landes (Saarbrücken, 1841),p. 34, Note 2.