Druckschrift 
1 (1890)
Entstehung
Seite
VII
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Raubzüge^ wiederholt die Archive zerstört und geplündert, auchganze Ladungen von Urkunden nach Paris entführt wurden-von den letzteren sind wenigstens noch Excerpten in Parisvorhanden, und wurden beglaubigte Abschriften davon durchVermittelung der deutschen Botschaft erlangt. Eben so sindauch die Oberbronner Urkunden, welche sich in Strassburgbefanden, in neuerer Zeit nach München ausgetauscht und vonda nach Speyer überliefert worden. Das Westerburger Archivist das noch ziemlich intakteste. Dies Alles giebt nun fürdie betreffenden Zeiten ein schätzenswerthes Material; aber beiWeitem die meisten Urkunden sind unmittelbar aus denleiningenschen Archiven geschleppt und sofort auf den Scliloss-liöfen verbrannt, und dieses Verlorene lässt sich durch nichtsersetzen.

Ein sehr hülfreiches Material geben die Kirchenbücherun d eben so die Aufzeichnungen gleichzeitiger oder doch nichtlange nachher lebender Leininger, Leiningen-Westerburger undanderer Chronisten. So überaus werthvoll an und für sichihre Mittheilungen sind, dürfen sie doch nur mit grosser Vor-sicht benutzt werden. Sie erzählen oft nur nach Hörensagen,weichen auch in der Datierung von einander ab, und es ist oftschwierig, hier das Richtige zu ermitteln. Um nun in den unsinteressirenden Gegenden zu bleiben, so hatte z. B. Cöln dreierleiJahresanfänge in der Kirche, dem gewöhnlichen Leben und ander Universität In Trier begann man vom 13. Jahrhundertan das Jahr mit dem 25. März, im Bisthum Lüttich am Abendvor dem Ostertage, und in Mainz mit dem 25. December, wiedenn in einigen das Haus Leiningen betreffenden MainzerUrkunden (z. B. in der obigen vom 9. Jan. 1409) ausdrücklichhervorgehoben wird, dass nach dem Mentzer (Mainzer) Styldatiert sei. So erfordert es bei Benutzung der Chronisten undder ältesten Urkunden namentlich auch viel Aufmerksamkeitdie Träger gleichen Namens und das von ihnen als geschehen