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Historische Nachrichten über den zur gräflich-mansfeldischen Herrschaft Heldrungen gehörenden Marktflecken Gehofen und die in der Landgrafschaft Thüringen gelegenen Ämter Leinungen und Morungen
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Ob mm Morungen Eigcnthum Kaiser Heinrichs V. geblieben und auf dieseWeise durch dessen Schwester Agnes, Gemahlin Friedrich's von Hohenstaufen(P 1105), auf ihren Enkel Kaiser Friedrich I. Barbarossa gediehen, oder ob Morungenan Graf Wiprccht II. zurückgekommen, ist ein historisches Problem. Letztcrn Fallswäre es von Kaiser Friedrich I. dem Grafen Rabodo von Abensberg abgekauftworden, dessen Frau Mechtild (Tochter der Bertha von Morungen und Wipvecht's II.Tochter Tochter) ihm außer Leisnig, Kolditz und Lausnigk auch das esstwuuiiilornng-kn zugebracht.l) Denn das Dipl. Kaiser Friedrich's I. ck. ck. 6v8lsi'ise Osl..Isuusi'ii luckiok. VI. M. vom. 1157, welches Schöttgcu a. a. O. in Oockiee Mobs-liviinui Mm. V, p. 10 anführt (und das sich auch bei Erath, von Braunschweig-Lüneburg. Erbtheilungen S. 131 findet), zeigt, daß er bei der Abtretung an das Reicha. A. auch Morungen so bezeichnet:ciiiaeäsm silockis nostrn, guas s OouiitsHsdockous tum per pstevusm lieveckitstem nosbrnm, dum per psoniiiaui neupnrvnm eompnrnvimns, in )ns et propristalein reZ-ni Is^itiiue eenlniimns." Eswollte nämlich Kaiser Friedrich I. seinem Vetter Herzog Heinrich zu Sachsen undBayern einige Reichsgütcr, als cnstrmn Ilirl^ssberele (Herzbcrg), es.8t.rmn8esrtlelät (Scharzfeld), enrtem ?oieäe (Pöhlde) und den IVilckpsii in lersstoHart? zuwenden. Dafür gab er dem Reiche tsm ex eonsilio gnsm ex chiäieioprinoipnm: csstrum I.it/neeli, eastrnm Oolickit-z:, mnnitionem On?sebe stlornm, enrtem Beelen (Schkölen bei Kamburg), montem Gli^devA, monteinGon^e^e (bei Jena) und osstrnm lilorinAen^) enm rsääitibns sidi sttinsntidns.

Im Jahre 1157 wurde also das esstrnm Morungen ein Reichslehn, und essetzten nun die Röm. Kaiser mehrere Herren in dasselbe ein, zuletzt nach Leuber'sAnführen bei Mcncken a. a. O. III. 1356 den IZnrelisräns cke lVIornng-sn 1290.Die Landgrafen von Thüringen mögen sich aber als Evmites ?slstini 8sxonisedes Schlosses Morungen nebst Zubehör wenigstens zu Kriegszwecken beinächtigt haben.Ii, diesen: Zeiträume war Ilenrieus illustris, Markgraf zu Meißen, schon Mmriu^issImuclZ'rsvius et I'slstiuus Lsxauiss (vgl. Obren. Nentis-Lereni). Ob nunMorungens Burgleute noch reichsunmittelbar waren oder schon Lehnlcute der Laud-grafschaft Thüringen, ist nicht ganz klar.

Aus den Beilagen 33 und 34 derGründl. Beantwortung der Schrift:,Unumstößl. Vormundschaftsrecht zc/, worin Kursachsens Befugnis, die Mansfeld-schcn Pupillen zu bevormunden, behauptet wird (Dresden 1719)" ist zu ersehen, daßdie Landgrafen Friedrich (der Strenge), Balthasar und Wilhelm von Thüringenivcgcn des Schlosses Morungen (Burg und Stadt) zu Dienern und Burglcutenangenommen 1365 den Ditmar von Hardenberg und 1367 Ludwigen vonRoßdorf und dessen Bruder. Daß aber hier nicht Noi'nn^en bei Sangerhauscn,sondern das südlich von Eimbeck, unfern der Leine, welche in die Aller und nicht indie Helme mündet, gelegene NeriiiZ-sii gemeint ist, darüber klärt uns Letzner'sBeschreibung der Reise Herzogs Ottenis ?usri nach Frankfurt a. M. auf:^)

Mno 1252, als Kaiser Wilhelm einen Reichstag zu Frankfurt zu halten angesetzt sc,und Herzog Otto seinem Schwiegersöhne zu Ehren dahin zu ziehen entschlossen, ist er de»12. Nurtil auf Braunschweig gezogen und gegen den Abend zum Lichtenbergs ankommen.Den 13. Nai' ist er von Lechtenberg gereiset bis nach Gandersheim. Den 14. Uartii ist ervon Gandersheim zwischen Hanstedt und Hollenstedt durch die Leine gezogen und gegenAbend auf das Haus Moringen kommen und daselbst vier ganzer Tage stille gelegen und vielunrichtige Händel, so zwischen ihm und dem Herrn zu Rostorff von wegen etlicherBurg-Lehn, die sie auf dem Hause Moringen hatten, geschwebet, in Güte zc.

1) Schöttgen S. 166, III und 112.

2) Sollte hiermit das bei Eimbeck gelegene Moringen gemeint sein, so wäre das bei Sanger-hausen gelegene Morungen schon etwa 56 Jahre früher (>168) ein Reichslehn geworden (s. oben).

3) vgl. Letzner's Vraunschweig. Lolleetanea bei Fellcr, llormmenta varia ineckita (Jena1718) x. 361 und 362.