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Historische Nachrichten über den zur gräflich-mansfeldischen Herrschaft Heldrungen gehörenden Marktflecken Gehofen und die in der Landgrafschaft Thüringen gelegenen Ämter Leinungen und Morungen
Entstehung
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^/Mtznßer den Markgrafen an der Pleiße, welche die Reichsgrenzen gegen die Sorben«chNmd Wenden vcrtheidigten, bestellte Kaiser Karl der Große auch Grafen indiesen Gegenden. Und nach dem Beispiele seines Großvaters postirte Kaiser Lothar Grafenoder Burggrafen in der Nähe von Merseburg. Zuerst erscheint daselbst i. I. 850 derAltenburgische Graf Guntram, welcher seinen Sitz auf dem alten Schlosse nahe beiMerseburg ( üuviolum Liiam) hatte. Der erste Stamm dieser Grafen von A Isen-burg, welche den Namen Grafen von Merseburg angenommen, nahm mit Sieg-fried II. 902 ein Ende, als dieser zum Markgrafen von Brandenburg und Burggrafenvon Magdeburg ernannt wurdet)

vitmiariis in Llirou. Usrsslburgsusi U. VI. p. 168 gicbt die Grenzen derGrafschaft Merseburg zu Kaiser Otto's III. Zeiten folgendermaßen an: ,,gui iutsrIlippsram (Wipper) sb 8g.Ia.in (Saale) st 3aI1aiii (Salza, welche bei Seeburgin den Salzsee fließt) ae IIuillsrI>i?ii (Wildbach, der nicht weit von Kelbra in dieHelme mündet) llnvios säest."')

Ein nicht geringer Theil der später sogenannten Grasschaft Mansfeld gehörteehemals zur Grafschaft Merseburg, namentlich aber der von der Wippcr durchstoßeneDistrikt, welcher, nachdem darin die Kastelle Lcinungcn und Morungen errichtetwaren, die Benennung Grafschaft Morungen erhielt/') Diesen Landstrich besaßunter dem Namen Loniibatuis Noriin^sn 1009 der Graf Goswin der Ältere vonLeige oder zur Leye. Wie der Xuebov vitas IVipsrti Lap. I. Z 2 berichtet, gabGraf Goswin dem Grafen Wiprecht I. im Balsamcr Lande (ein Gau in der Altmark)seine Tochter Sigcna zur Gemahlin und dieserNoi-im^s st Gabsrslslzs eumsuis tsrritoiüs st ailoclüs ae eslsris appsmlieiis" zur Mitgift. ')

Graf Wiprecht hinterließ einen Sohn gleichen Namens Wiprecht II., für denMarkgraf Udo von Stade Vormund war. Von diesem erhielt Graf Wiprecht II. fürsein Balsamer Land des Grafen Udo Municipium Groitzsch an der Elster um d. I.1073/') Über des Grafen Bildnis in dem 1094 erbauten Benediktincrklostcr zu Pegauist zu lesen:Wiprecht Graf von Groitzsch, Marggraf zur Laußnitz, Graf zuEckhardsberg, Herr zu Budißin, Nisin und Morungen."")

Im Jahre 1108 wurde Wiprecht's II. von Groitzsch Sohn Wiprecht III. vonKaiser Heinrich V. zu Rokizan gefangen, und der Vater mußte, wie der Xuetor vitasIVipsrti Lap. X. H 6 anführt^), zu seiner Lösung die Distrikte blisani und lZuäissin,ingleichen die Stadt Leisnig und Morungen, dem Kaiser abtreten, der sogleich diesalles dem Grafen Hoyer zu Mansfeld überließ (in bsusllsiuiu eoiiesssik). Allein,wie die Folge zeigt, ist dies entweder nur auf Lebenszeit geschehen, oder, wie glanblicherist, hat Graf Hoyer zu Mansfeld als Lomes Ualatinus nur die Verwaltung gehabt.Graf Hoyer, Anführer des kaiserlichen Heeres, wurde in der berühmten Schlacht beimWelfsholzc den 11. Febr. 1115 von Graf Wiprecht II. von Groitzsch erstochen.

1) ckr. Leuber's^.IteuburKeuses Llomites a6 Dtiam" bei üleuolum. 8eripl. Her. Dorm,low. III. p. 1827.

2) vgl. auch Dilmar a.a.O. S 30, Anw. 44; 0iirvuicou Nontis-Zereui p. 201 (hat Willcbeke);8ag1ttarii ^.utignil, 1Ia°4slmrKons. p. 62 u. 65 (hat Willcrbech u. Willcrbcke).

3) vir.UoruuAknses 0omit.es" bei ZIeiieiveu I.e. III. 1856 u. Dilmar a.a.O. 168, Nnni. 62.

4) Schöttgcn, Historie Graf Wiprecht's zu Groitzsch F II, S. 16 uud Schwarz, Dommeutatio 6v6i°mitatibus possessiouidusgue IViperti lZroi^eusis bei Meinten a. n O. III. 358.

5) Schöttgcn a. a O. H 13 u. 14, S. 20 ff.

6) Francke, Historie der Grafschaft AianSfeld S. 74

7) vgl. auch Schöttgcn a. a. O. Z 61 uud 62, S. 73 ff. und 01>rnn. 1Iantis-8ereni p. 251.