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Zwar schon im vorigen Jahrhunderte hatte dies kostbare Denkmal durch Herab-stürzen der Bedachung einige, jedoch unwesentliche Beschädigungen erlitten, war aber inden Hauptthcilen bis in das erste Drittel dieses Jahrhunderts erhalten geblieben; erstbei Gelegenheit einer an der Kirche vorgenommenen Reparatur ist es zertrümmert worden.Es sind gegenwärtig außer den Rümpfen der beiden größeren Statuen nur nochvorhanden: die beiden zugehörigen Köpfe, der Helm, die Statuetten von Christus undvon dem römischen Soldaten, ferner zwei der weiblichen Figuren, einige Säulen-Kapitäleund das Bruchstück eines Wappens.
Ende März 1859 habe ich, Louis Ferdinand, die Trümmer der Statue des Feld-marschalls zusammengepaßt und dann eine genaue Zeichnung davon gefertigt. Auch dasin der alten Gchofener Kirche befindlich gewesene Waffendenkmal des Feldmarschallshabe ich zu jener Zeit durch genaue Aufnahme abgezeichnet und später durch'Lithographieund Lichtdruck vervielfältigen lassen (s. meine „Beigaben").
Der oben genannte Minister Freiherr v. Ebcrstein starb am 29. April 1833 zuMainz. Als diese Todesanzeige dem Vetter des Verstorbenen, dein Major GustavAdolph Frhrn. v. Ebcrstein (meinem Vater) in Groß-Lcinnngen zugekommen war,ordnete derselbe, als Leiter der Familiengeschäftc, sofort an, daß in GeHofen, als wo-selbst der Verstorbene Kompatron über die geistlichen Institute gewesen war, das nachdem sächsischen Provinzialrcchte gesetzliche und auch observanzmäßige ckwöchcntliche Trauer-läutcn zu bewirken sei. Auf einen Wink des Pastors ordnete die Gemeinde zwei ansihrer Mitte ab, damit dieselben den bei ihnen beliebten Major, von dem sie schonManches in Güte erreicht hatten, zur Zurücknahme der angeordneten Maßregel bestimmensollten. Derselbe legte ihnen jedoch dar, wie er, der mit seinen Brüdern der Lehnserbedes ohne Söhne gestorbenen Ministers sei, gerade in diesem Falle auf die strikte Hand-habung der gesetzlichen Observanz halten müsse, weil sonst die hinterlassene Familie desMinisters das Unterbleiben des Trauerläutcns als eine absichtliche Vernachlässigung derschuldigen Rücksicht aufzufassen vollen Grund hätte; das überzeugte sie aber noch nicht,sie machten vielmehr geltend, der Minister habe sich nie in GeHofen sehen lassen, füreinen, der sich nicht um sie bekümmert habe und den sie gar nicht könnten, hätten sieauch nicht nöthig, zu trauern; wenn aber, setzten sie hinzu, er, der Major Gustav, sterbe,wollten sie mit Freuden gleich 8 Wochen läuten! womit aber dieser sie bittet, sich nochein wenig zu gedulden.
Da der Neubau der uralten, lange vor 1309 erbauten Kirche zu GeHofen( 5IU. Gehofcn wird unter dein Namen IIotün schon in dem Uravlarium 81. ImIIiunter den Schenkungen Pipin's an die Abtei Heesfeld aufgeführt) bereits im vorigenJahrhundert ventilirt worden mar, und da die geistlichen Behörden die Angelegenheitnicht länger mehr hinzögern lassen wollten, so reichte mein Bruder Moriz Lcbrccht imI. 1857 der k. Regierung in Merseburg einen Entwurf zu einer in rein gothischemStyle massiv in Nebracr Sandstein zu erbauenden Kirche ein. Diesen schönen, späterin den Jahren 1866 bis 1868 zur wirklichen, dein ganzen Unstrutthale zur Zierdegereichenden Ausführung gekommenen Entwurf war er so glücklich durch die innigeFreundschaft zu erlangen, welche ihn mit dein Architekten Sr. Majestät des KönigsGeh. Ober-Baurath Stiller verband. Aber nicht etiva erbat er sich solchen von demberühmtesten Kirchcnbaumeistcr des Jahrhunderts, sondern Stüter erbot sich aus freienStücken und in zuvorkommendster Weise zur Anfertigung, nahm es sogar übel, daßMoriz bereits mit dem später durch seine mit Ende in Berlin ausgeführten Bautenbekannt gewordenen damaligen Bauführer Böckmann in Unterhandlung getreten unddenselben dazu gewonnen hatte. Stüter beauftragte zunächst den damals für ihn dieRestauration des Portals der Schulpforta leitenden Bauführer Ende mit den Vor-arbeiten der Aufnahme der alten Kirche und des Situationsplancs. Da indessen Endeinfolge einer Mahnung der Akademie, um ein als Preis gewonnenes Reisestipcndiumnicht verfallen zu lassen, nach Italien reisen mußte, so beauftragte mit jenen Vor-arbeiten Stüler nunmehr den jetzige» Ober-Hosbaurath Persius (den Vollender derBurg Hohcnzollcrn), der dann auch später im I. 1858 den Anschlag fertigte. Nach