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Historische Nachrichten über den zur gräflich-mansfeldischen Herrschaft Heldrungen gehörenden Marktflecken Gehofen und die in der Landgrafschaft Thüringen gelegenen Ämter Leinungen und Morungen
Entstehung
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Zuthun in dm Schoß gefallene Stelle hatte sich Wollwcbcr dem die Special-Verwaltungder Patronatgeschäfte und in Gemeinschaft mit dem Superintendenten die Kirchen-Inspektion führenden Justizamtmann gegenüber aus freien Stücken erboten, er werdezu dem höheren Orts befohlenen Neubau der Kirche 1000 Thlr. aus seiner Tasche bei-tragen. Diese schon lange schwebende Bauangelcgcnheit hatte sich dann noch durchmanigfachc Verhandlungen mit dem Konsistorium, der Kirchen- und Schulabtheilung derMcrseburgcr Regierung und dem Bauinspektor hingezogen; endlich aber setzte esWollwcbcr, auch die Gemeinde leicht zu seiner Ansicht bestimmend, durch, daß keinNeubau, sondern nur eine sehr überflüssige und noch dazu fehlerhaft ausgeführteReparatur vorgenommen wurde. Als er nun nach Beendigung derselben und bei der Abnahmeder Baurcchnungcn von dem Justizamtmann um Einzahlung der von ihm zugesagten1000 Thaler ersucht wird, erwidert er:I bewahre! zu einem Neubau habe ich micherboten gehabt, 1000 Thlr. zu geben, nicht aber zu einer Reparatur!" Nicht indessendieser Zug allein charakterisirt ihn zur Genüge er machte sich auch noch eines kunst-archäologischen unverzeihlichen Vandalismus schuldig in Bezug auf die Denkmäler, mitdenen die Gehofener Kirche reich ausgestattet war. Er hatte dem damals noch krankenMajor Gustav Frhrn. v. Eberstcin, als er diesem Anzeige von der Inangriffnahme derKirchenreparatur erstattete, geschrieben, sein Patronatsherr brauche sich nicht nach GeHofenzu bemühen, er habe bereits namentlich für die Unterbringung der Denkmäler auf dasBeste gesorgt! Wie aber hatte er solches gcthan! Das prachtvolle, noch bis dahinintakt und in seiner ursprünglichen Schönheit erhalten gebliebene Epitaphium des Aeld-marschalls Ernst Albrecht v. Eberstein und seiner Gemahlin Ottilie Elisabeth v.Ditfurth, welches von einem Schüler des berühmten Bildhauers Norssni gearbeitetworden mar und 0000 Thlr. gekostet hatte, war nach Aussage der Maurer Burkhard,Kürbs und Mehrstedt zu Gchofcn auf Wollweber'S ausdrückliche Anweisung zer-trümmert und in Stücke geschlagen worden!

Auf diesen Vandalismus beziehen sich die in der 2. Ausgabe derBeigabe" aufder Rückseite der die Denkmalrcstc wiedergebenden Abbildung abgedruckten Worte vonOtto Moser, welcher Anfang der 30er Jahre sich in Gehofcn aufhielt:Nochkönnte ich das herrliche Denkmal zeichnen, rechts der Feldmarschall in vollem Harnisch,den Helm zur Seite, links die Gemahlin, beide vor einem Kruzifix kniecnd, das Ganzevon zierlich gearbeiteten Wappen der verwandten Adelsgcschlcchter umgeben. Daß dieskostbare Epitaph so vandalenhaft verwüstet werden konnte, habe ich dem sel. PastorWollmeber noch heute nicht vergeben."

Bei Gelegenheit der feierlichen Beisetzung der Leiche Ernst Albrccht's v. Eberstein(21. Nov. 1076) fügte der Geistliche seiner Rede auch einenLebenslauf unsers höchst-seligen Herrn Gcneral-Feldmarschalls" ein. In der Leichenrede sagt der GehofenerPastor Eln'iskopstorns Stegmann:Weil aber unter den Helden und Edelen gebräuch-lich, daß ihnen kostbare herrliche Nonnmeuta von poliiten Steinen mit oben zuge-spitzten Säulen und Pfeilern, auch sonst anderer Arten pflegen aufgerichtet zu werden,daß ihr Harnisch daran gehängt und ihrer Ritterlichen Thatcn nach langen Zeiten nochgedacht werden möge, gleich wie ein solches des Nuacmbeischcn Helden Jonathan'ö ge-wesen ist zc., oder auch das sehr kostbare, schwarz n»d weiß alabasterne unsershochsel. Herrn (?snsinl-Feldmarschalls allhier in dessen Erbbegräbnisse ze:Demnach so wollen wir zu gehorsamer Abstattung auch unserer Schuldigkeit dem Hochsel.deutschen Helden, Ritter und kursächsischem Gensrnl-Feldinarschalle von Eber-stein aufrichten: Ein Geistliches Nonnnient."

Das Erbbegräbnis zu Gchofen befand sich auf der Südseite des hohen ChorSder alten Kreuzkirche und war mit einem prachtvollen Epitaph geschmückt: Vor einerhohen und breiten Hintcrwand aus dunkelcm Marmor erhob sich aus einein reich ver-zierten Sockel ein von einem Giebel überdachtes Säulenwcrk aus Hellem, blau undschwarz geädertem Marmor; den Giebel wieder zierten EngelSgcstalten. Auf der dun-kelen Marmorplattc waren durch eingemeißelte, oben durch einen Rundbogen abgegrenzteVertiefungen zwei Abthcilungen (in der Größe aufgerichteter Grabsteine) gebildet, deren