Druckschrift 
Historische Nachrichten über den zur gräflich-mansfeldischen Herrschaft Heldrungen gehörenden Marktflecken Gehofen und die in der Landgrafschaft Thüringen gelegenen Ämter Leinungen und Morungen
Entstehung
Seite
68
Einzelbild herunterladen
 

väterl. Gutes zu transigiren und ein Kapital zu deren Befriedigung aufzunehmen. Undob wir lebende Brüder gleich vier erwachsene Söhne haben und der eine vonmeinen Söhnen auch bereits einen Sohn hat, so ist bei jetziger Zeit einem Darleiherdes Kapitals eine mehrere Garantirung doch lieber, dahcro lege eine Konsens-Urkundemit gehorsamster und ergebenster Bitte bei, solche mit der nöthigen Unterschrift und ge-richtlichen Rekognition zu autorisiren und auf das baldigste wieder an mich zu senden,damit das angefangene Negoz besorgen und dem hoher Oberaufsicht meinen Vortragmachen könne, welche denn alles zum gütlichen Accord bringen wird. Dem hierbei ge-machten Verlangen derer Herrn Vettern zu Leinungen billigst Genüge zu leisten,habe einen vollzogenen Revers dieserhalb ausgestellet, solchen in Dero Archiv zu legen,wovon hier die Abschrift beilege, und alles an unfern Herrn Vetter, den Herrn Hof-rath nach Dresden gesendet, um solches auf hiesiger Gegend cirkuliren zu lassen —und auf diese Weise wird denen Geld fressenden Prozessen, so Familien ins Elend stürzen,auf einmal ein Ende gemacht. Die Interessen des Kapitals assignirt man gleich an diePachtgelder des Gutes nach Wechselrecht zu bezahlen, und so bekommt man Ruhe, dennich behandele die ganze Sache als ein anvertrautes Gut vor die Nachkommen. MitGott lebe der zuversichtlichen Hoffnung, daß aller Orten der Gewährung meiner billigenBitte nichts entgegen stehen werde. Und da Höchstderselbe durch Seine herzlenkendeKraft, meine Person betreffend, mir eine Freundin bei meiner schweren Last in derPerson meines Bruders Tochter, der verwittibt gewesenen von Schierbrand zugetheilethat, welche nach erhaltenem Konsens Freud und Leid mit mir theilet, so traue fernerSeiner Vatergüte in denen übrigen Anliegen. Empfehle dahero Ew. Hochwürden undHochwohlgeboren und sämtlich werthesten Angehörigen mich, meine liebe Frau, Kinderund alle die Unseren zu Dero allerseitigen Liebe und Freundschaft, dargegen mit voll-kommenster Hochachtung lebenslang sein werde, stets Wohl anwünschend, Ew. Hochwürdenund Hochwohlgeboren gehorsamst ergebenster Freund

GeHofen, den 31. Mai 1790. Otto CKriotoM ro« Oberstem.

Auf Briefe an mich bitte den Vornamen Otto allein zu schreiben. Valets!

Nr. 30. Schreiben Htto Khristoph's v. Kvcrstein an Karl Theodor Arhrn.v. Köerstein.

Hochwohlgeborner Freiherr, hochgeehrtester Herr Geheimde Rath und Regierungs-Präsident, mein insonders hochgeehrtester Herr Vetter! Mit dem innigsten Vergnügenhabe Nachricht von Ew. Hochwohlgeboren durch meinen Sohn, welcher in Königs-berg bei dem gräfl. Anhaltschen Corps stehet, erhalten und würde Dero Verlangen,durch ihn gemeldet, gerne eher willfahret haben, wenn nicht die vielen Drangsalen michbehindert hätten, da ich nach langen Jahren endlich in unsere Familie zurückkomme,aber in den größten Wirrwarr, daß mannigmal nicht weiß, wo mir der Kopf stehet.Denn alles fällt auf mich Unschuldigen, indem 1737 aus des Vaters Haus gegangenund erst guasi als ein Kind nies. Mai 1784 wieder in dasselbe gekommen und durchden zu schnellen Tod unseres Bruders, des Obristlieutenants, so bald hernach er-folgt (Oberstl. Karl Friedr. v. E. ff 9. März 178S am Schlagfluß), von den ganzenFamilienangelegenheiten keinen Unterricht erhalten konnte, welche traurige Lage die bei-kommenden Schriften gcnüglich an Tag legen und wie nöthig es sei, zu helfen, daßunsere Linie nicht ganz falle. Ich habe keine Absicht, als die Ehre der Verstorbenenzu retten, durch welche bei den harten Kriegen und uns betroffenen Unglücksfällen wirin häufige Prozesse verwickelt sein, so ich gerne durch Vergleiche auf einmal abthunmöchte und durch gute Einrichtung denen Nachkommen noch etwas erhalten und allent-halben Frieden und Ruhe zu stiften. Liebwerthester Herr Vetter! ich habe, um dieschweren Kosten und Zeit zu ersparen, das Hauptschreiben gleich an Sie beide gestelltund zuerst an Ihnen (Sie) gesendet, theils weil verlangte Familiennachrichten es er-forderten, theils weil die Konsensurkunde denn, von Ew. Hochwohlgeb. und demHerrn Dompropst unterschrieben und rekognoszirt, schneller eingehen kann, weil wirzu weit zerstreut von einander leben. Eine gleichlautende mit dem Originalreverse lasse