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Historische Nachrichten über den zur gräflich-mansfeldischen Herrschaft Heldrungen gehörenden Marktflecken Gehofen und die in der Landgrafschaft Thüringen gelegenen Ämter Leinungen und Morungen
Entstehung
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nähme eines Kapitals 3, 15 000 Rthlr, zu Bezahlung derer einzeln auf das väterlicheGut den Dom- und Hackenhof genannt, gehabte und gemachte Schulden und zurvölligen Wiederherstellung derer äußerst ruinirten Gebäude vollzogen mit zu senden,werden Sie mich zu doppelten Gegengesälligkeiten verbinden.

Da ich 1737 so zu sagen als Kind aus des Vaters Hause gegangen, 1784 erstwieder hineingekommen, bei dem schnellen Tode unseres Bruders 1785 von nichts habeinformirt werden können, alles in der größten Konfusion gefunden; so bin dermalennoch nicht im Stande, Ew. Hochwohlgeb. von denen Familien-Nachrichten etwas Ge-gründetes mitzutheilen, komme ich aber in Ruhe, wie ich zu Gott hoffe, will alles aufdas genaueste zusammen suchen und übersenden. An den Herrn Pastor Francke habeausführlich geschrieben, Dero Verlangen möglichst zu stillen, theils aus den Kirchen-büchern, theils mit Abschrift (durch den armen Rektor Kämpf) derer noch seiendenEpitaphien und gemalten Stammbäumen an unfern Kirchen-Ständen. Viele Familien-sachen hat mein Bruder, der Obristlentenant, wie meine noch lebende Schwester sagt,nach Leinungen gesendet, woselbst sie auch noch sein würden. Der hochfürstl. Thurnund Taxische Gehcimde Rath und Regierungs-Präsident Freih. von Eberstein,unser Vetter, welcher an meinen Sohn, in Königsberg stehend, geschrieben, wie er unsereganze Familie ins Licht zu setzen willens, erbittet sich alle habende Nachrichten undUrkunden aus, wohin auch bereits manches gesendet worden. Nach meinem Erachtensollte man alles Gesammlete an Ihn senden. Er will alles bezahlen, hält sich in Regens-burg auf. Den Stammbaum von mir und meinen Brüdern will, wenn wieder nachGeHofen komme, kommuniziren. Beehren Ew. Hochwohlgeboren mich ja baldigst miteiner geneigten Antwort, bleiben nebst Dero Frau Gemahlin mir, meinem Weibel unddenen Meinen ferner freundschaftlich zugethan, dabei versichert, daß mit wahrer Hoch-achtung beharre Ew. Hochwohlgcb. ganz gehorsamer Diener Otto von GberBtem.

Kirchheilingen bei Langensalza, den 4. iVIart. 1790.

Nr. 29. Schreiben Htto Ohristoph 's v. Oberstem an seine Wettern den Dom-propst Aranz und den Kammerherrn Karl Theodor Irhrn. v. Oberstein.

Hochwürdiger, hochmohlgeborner Herr, hochgeehrtester Herr Dompropst! Hoch-geehrtester Herr Kammerherr und Geheimde Rath, meine insonders hochgeehrtesteHerrn Vettern! Ew. Hochwürden und Hochwohlgeb. wird vermuthlich durch die hiesigenVerwandten die traurige Lage nicht unbekannt sein in welcher wir noch lebende Brüderunser väterliches Gut, der Dom- und Hackenhof genannt, nach Absterben unsersBruders, des Obristlieutcnants Karl Friedrich bei seiner geführten Administrationäußerst verschuldet und völlig ruinirt gefunden haben, so daß, wenn nicht gemeinschaftl.Erwägung und Unterstützung geschiehet, zur Prostitution der Familie das Gut endlicheiner formellen Sequestration überliefert werden muß. — Wir sind ja Eine Familieund wir müssen nach unserer gemeinschaftl. Verbindung die Aufrechterhaltung derselbenund die Ehre unserer würdigen Vorfahren völlig herzustellen und wieder in Flor zubringen, da sie meist unverschuldet in Verfall gekommen, kräftigst bemühet sein, und ichglaube festiglich, Ew. Hochwohlgeboren und sämtl. Herrn Vettern werden nach Deroedlen Herzensart und ans Verwandtschaftsliebe alles mögliche beitragen, unsere in g-ssoneliegende Linie aufrecht zu erhalten, dahcro mein Bemühen mit Wort und That unter-stützen, um alles wieder in Flor zu bringen. Die Beilage wird alles ins Licht setzen.Und da bereits in den vorigen Zeiten Dero Linie geneigt war, nach ausgestandenenKriegskosten und sonstigen Unglücksfällen, worunter besonders der Brand ao. 1723, sodas halbe Dorf und unseres Vaters Gut einäscherte, und der ao. 1729 entstandeneBrand unser Gut alleine traf, mitzurechnen, zu Aufrechthaltung der Unsrigen ein Kapitalvon 12 000 Rthlr. zu konsentiren. Dieselben mitleidsvoll solchen jetzo zu Rettung undHerstellung auf 15 000 Rthlr. willigst ertheilen werden, wodurch das ganze Kreditwesen(so auf 36 000 Thlr. sich belauft) nicht allein tilgen, sondern auch die äußerst ruinirtenGebäude in vollkommenen Stand wieder setzen werde. Die Abschrift meiner BrüderVollmachten, so hier beilege, setzen mich in Stand, mit sämtl. Gläubigern des