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Historische Nachrichten über den zur gräflich-mansfeldischen Herrschaft Heldrungen gehörenden Marktflecken Gehofen und die in der Landgrafschaft Thüringen gelegenen Ämter Leinungen und Morungen
Entstehung
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hauptctc nun, ihr Bruder habe dic ihr zustehenden Ternünsgcldcr niemals ordentlichgezahlt, wollte sich deshalb an dic von dem Domherrn Bauer zu zahlende Leibrentehalten und ersuchte auch 1. März 1801 das kursächs. Ober - Hofgericht zu Leipzig, demI). Bauer wegen der ihrem Bruder zukommenden Leibrenten ein Zahlnngsvcrbot zucrtheilen.

Karl Friedrich v. E. hatte seine Schwester, die vcrwitw. Hauptmann Preuß, ineinem von seinem Gerichte in Zörbitz aufgenommenen Testamente zu seiner Univcrsal-erbin eingesetzt; nachdem dieselbe jedoch einen ungerechten Prozeß wider ihn erhoben,erklärte er das erste Testament für nichtig, ernannte seine Pflegetochter Charlotte AmalieCrchach zu seiner einzigen Univcrsalerbin und vererbte ans sie sein sämtliches Vermöge»,Jnvcntarium und die Meliorationskosten, worunter alle von ihm aufgebauten Gebäudeans dem Teich dämme begriffen. Seine Lehnsvettern sollten dic Felder, Wiesen, dasStcinthalgchölz, dic 4 Äcker Holz auf der Lehde, auf dem Gothanger, desgl. auch diczu seiner Hälfte der Schäferei gehörigen Äcker und Wiesen (zusammen 150 Acker Feldund 35 Acker Wiesen) nicht eher beanspruchen können, bis sie seiner Pflegetochter dasWiedcrkanfs?rötium dafür bezahlt haben (denn diejenigen Pertinenzicn des Teichdammcs,welche von der Großmutter und Großtante des Verstorbenen herrührten, waren mit derBedingung verkauft, daß sie gegen Erstattung des Kapitals wieder abgetreten werdenmußten). Der Werth der Grundstücke, welche der Erblasser wiederkäuflich besitze,betrage 11400 Thlr., dazu kommen noch 6000 Thlr. Meliorationskostcn und 1000 Thlr.für das Jnvcntarium (La. 18 400 Thlr.).

Außer seinen Grundstücken zu GeHofen hinterließ Karl Friedrich Kapital-Vermögen,das der Verstorbene bei dem Kreditwesen des Wolf Friedrich v. E. an die verw. Stifts-kanzlerin Christiane Marie von Dache geb. Sieger bezahlt und dafür 3. Dez. 1772durch Cessio» das Teichdammgut erhalten hatte. Die nunmehrigen TeichdammgutS-bcsitzer sollten 8105 Thlr. zu erstattende Meliorationskosten zahlen.

Franz Heinrich v. E. wollte die Erbschaftsrechte der Erzbach nicht anerkennen.Sein Sohn, der Kammcrherr Otto Karl Franz von Ebenstem, ließ sogar die Nebeil-gebäude auf dem Teichdamme wegreißen. Die Erzbach wird „Stieftochter des HerrnJoh. Andr. Wich. Reifenstein in GeHofen genannt", Vormund derselben war derAdvokat Joh. Christian Ernst zu Wiehe. Über das Vermögen der Frau CharlotteAmalie Erzbach verehl. Leutloff in Apolda führte der Hofadvokat Friedr. Wich.Schwabhäuser 1805 Akten. Nach eingezogener Erkundigung in Wiche bei Ernst be-richtet Schwabhäuser: der Hauptmann K. F. v. E. habe tcstirt zu Gunsten seiner natür-lichen und zugleich adoptirten Tochter Eh. A. Ertzbach, jetzt verehel. Frau Leutloff alsUniversalerbin seines gesamten Vermögens. Das Testament sei gültig geworden, dicAdoption aber sei für unstatthaft erklärt, da sie bloß gerichtlich und nicht mit landeshcrrl.Zustimmung geschehen sei, daher könne die Erbin nicht den Namen ihres Vaters führen.Alach der Testamcntscröffnung habe zwar ein Jnvcntarium gefertigt werden sollen, diessei aber unmöglich gewesen, weil dic Vcrmögensmasse noch gar nicht berichtigt sei. Essei auch noch nicht herausgesetzt, welche Grundstücke ^Uoäiuin und welche ?snckum,desgl. welche wiederkäuflich und welche frei und zu beliebiger Disposition besessenwurden. Der Ehemann der Ch. A. Erzbach, Johann Heinrich Theodor Leutloff inApolda, verpachtete 1814 an Einwohner in GeHofen die seiner Frau „zuständigenwiederkäuflichen, in Flur Gchofen und Ritteburg liegenden Ländercien und Wiesen".1820 lebte die Frau Leutloff nicht mehr. Ihre Erben waren ihr Mann und ihreKinder: Sidonie Adelheid (später verehel. an den Thierarzt Thöllden in GeHofen),Heinrich Thuiskon, Wilhclmine Adeline (Kfm. Werner in Ariern) und AmaliaJuliane (starb bald nach ihrer Mutter) Diese verpachteten 1320 ebenfalls an 4 Ein-wohner in Gehofcn ihre Grundstücke „welche 5 Hufen sind".

Als mit dem Tode des Hauptmanns Karl Friedrich v. Ebcrstein 1803 dic Oberst-Lieutenants - Branche erlosch, kam das Tcichdammgut zu Gehofcn an dic Besitzerdes Domhofes: Heinrich Friedrich Wilhelm und Franz Heinrich Vetternv. Ebcrstein.