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Goethes Stammbäume
Entstehung
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I,. DaS Geschlecht Textor. 2.

wurden besonders die alte Tante Melber und deren Sohn,jetzt ein tüchtiger Arzt und Geburtshelfer, der Arzt Neuburg,der während Goethes Kurzeit seine zweite, vor acht Jahrengeheiratete Gattin verloren hatte, Rat Textor, dessen SchwesterAnna Maria, die Witwe Schuler und die Söhne Starcks be-sucht*). In sein noch erhaltenes Album trugen sich damalsvon nähern Verwandten ein, die alte Tante Melber und ihreKinder, den Arzt vr. Melber und die Tochter Jacquette.Erstere schrieb: „Schon als Kind, als Jüngling liebte ichSie; als im Mannesalter die ganze Welt Sie hochschätzte,blieb ich hinter meinen Zeitgenossen hierin nicht zurück. Nichtsbleibt mir zu wünschen übrig, als daß Gott Sie lasse so altwerden und so gesund bleiben, als Ihre Sie liebende, nochimmer lebhafte Tante." Sie stand damals im neunund-achtzigsten Jahre. Der Eintrag des Vetters begann: „Nurdie Hoffnung des Wiedersehens lindert die Schmerzen, dieIhr Scheiden allen bereitet, welchen vergönnt war, in IhrerNähe zu weilen."

Am 3. April 1815 vermählte sich Or. Melber mit JungferSabine Karoline Buck, sechzehn Tage später die zweite Tochterdes Advokaten Textor mit dem Handelsmarine Johann Augustv. Bihl. Als Goethe in diesem Jahre wieder nach Wies-baden kam, wurde er von seinem Jugendfreunde Willemer zulängerem Besuch aus die seit 1796 mit dem Wasserhof vonder Stadt gepachtete Gerbermühle oberhalb Frankfurt beiOberrad eingeladen. Der Ort erinnerte ihn lebhaft an seinebesten Jugendjahre; ja er hatte im „Faust" und „Wilhelm

*) In Goethes Tagebuch wird unter den Abschiedsbesuchen auch„Mariane R." genannt, wo „R." einen Zunamen bezeichnen muß. Wäreerwa „R." verlesen statt „T.", und der Name „Textor" abgekürzt, sodaß er die unverehelichte Tochter des Schöffen Textor, seines Oheims,eine äußerst herzliche Dame, zuletzt noch besucht hätte?