Druckschrift 
Die Herkunft der Burggrafen von Nürnberg, der Ahnherren des deutschen Kaiserhauses
Entstehung
Seite
71
Einzelbild herunterladen
 

einen neuen Namen entlehnte, sondern hauptsächlich auchdesshalb, weil, wenn ich so sagen darf, die Macht der neuenVerhältnisse und Verbindungen, in welche Burggraf Fried-rich III. nach der Erbtheilung von 1227 eintrat, grösser warals dieser. Es sei mir gestattet, hier an zwei analoge Vor-gänge aus der ältesten und neueren Geschichte unseresVaterlandes zu erinnern! Als im Jahre 1055 mit dem GrafenWeif III. von Ravensburg, Herzog von Kärnthen, das alteweifische Haus im Mannsstamm ausstarb, ging Name undBesitz desselben auf den Markgrafen Azzo II. von Este, denGemahl der Schwester des letzten Weif, über. Aber nichtnur, dass dieser Name jetzt weiter fortlebte, obschon ereigentlich erloschen war, seine historische Bedeutung unddie Macht der Verhältnisse, in welche Azzo von Este ein-trat, war so gross, dass dieser Name, obschon er der alteFamilienname seines Trägers war, von jetzt ab verschwindet.Und wer späterhin und heutzutage von dem blühenden Ge-schlecht der Weifen und dem ausgestorbenen Haus Estehört und spricht, hat zumeist keine Ahnung davon, dassjenes Haus schon seit über 800 Jahren ausgestorben ist,während dieses noch fortlebt. Aehnlich steht es mit demHause Habsburg-Lothringen. Als das alte Haus Habsburg1740 mit Karl VI. ausstarb, vererbte der Name desselben aufden Schwiegersohn des letzten Habsburgers, Franz von Loth-ringen, und auch hier war das Gewicht jenes Namens unddie mitverbundene äussere Macht so gross, dass danebender fremde . Name Lothringen ganz in Vergessenheit geriethund man heutzutage von einem Hause Habsburg spricht,obwohl dasselbe längst erloschen ist, und von einem ausge-storbenen Haus Lothringen, obwohl dasselbe noch heutefortblüht.

Bei den Burggrafen von Nürnberg aber erlosch dasBewusstsein der Stammverwandtschaft mit den schwäbischen