Druckschrift 
Die Herkunft der Burggrafen von Nürnberg, der Ahnherren des deutschen Kaiserhauses
Entstehung
Seite
63
Einzelbild herunterladen
 

- 6 3 -

hier 1260 mit seinem Sohne Konrad urkundet 1 ); .sein ältererSohn, Burggraf Friedrich IV., nennt sich 1246 2 ) geradezuGraf von Abenberg, was auf seinen ständigen Sitz daselbstschliessen lässt, und dessen jüngerer Bruder Konrad V. er-hält bei der Erbtheilung die Herrschaft Abenberg und wohntdort, bis er sie 1296 an das Hochstift Eichstädt verkauft.Ein zweiter bevorzugter Wohnsitz der Burggrafen war dieKadolzburg, von der Mitte des 13. Jahrhunderts an ihreständige Residenz. Hier empfing Burggraf Friedrich IV. imJahre 1267 Konradin von Staufen vor seinem italienischenKriegszuge und späterhin wiederholt König Rudolf I. Nachdem Anfall der meranischen und orlamündischen Erbschaftkamen dann die Schlösser zu Baireuth und Plassenburg alsResidenzen der Burggrafen in Aufnahme.

Die Vernachlässigung der Nürnberger Burg ging end-lich so weit, dass dieselbe ganz aus ihrer Gewalt und indie der Stadt Nürnberg gelangte. Das grosse Privileg-König Rudolfs von 1273 3 ) lässt bereits den Burggrafen nichtmehr im Besitz der Kaiserburg erscheinen, der Burggraf hatnur noch ein festes Haus neben der kaiserlichen Burg, dassogenannte Burggrafenschloss, ausserdem das dieser Burgzugekehrte Stadtthor. Die eigentliche alte Kaiserveste da-gegen hat die Stadt Nürnberg erworben, das geht deutlichaus der ihr 1313 durch Kaiser Heinrich VII. gemachten Zu-sicherung 4 ) hervor, dass die Burg niemals von der Stadtgetrennt werden und der Burgkastellan dafür Sicherheit be-stellen solle, der Stadt mit der Burg zu gehorchen undselbige bei dem Tode des jeweiligen Reichsoberhauptes biszur Wahl eines neuen zu übergeben. Ähnliche Zusicher-

') Mon. Zoll. II. 88.

2 ) Mon. Zoll. II. 48.

3 ) Mon. Zoll. II. 129.

4 ) Wölkern, Hist. Norimb. dipl. S. 227.