nähme hat zwischen den beiden Friedrichen engste Stammes-gemeinschaft bestanden, und diese war nach altdeutschemRecht bindender und wirksamer als die nächste Verwandt-schaft ohne Blutsgemeinschaft. Nach der SchmidschenStammtafel erscheint der Urgrossvater der Sophia von Retz,Graf Rapoto von Abenberg, noch am Leben oder kannhöchstens ein paar Jahre vorher gestorben sein, ehe sichSophia mit Friedrich von Zollern vermählte — eine Annahme,die jeder natürlichen Berechnung Hohn spricht.
Für die Frage der Herleitung der Burggrafen vonNürnberg ist namentlich die Art und Weise der. Wappen-führung von Wichtigkeit. Das Wappen der Grafen vonAbenberg bestand, wie wir aus einer bildlichen Darstellungauf einem ehemals im Kloster Heilsbronn befindlichen Todten-schild wissen, aus zwei übereinander schreitenden Leoparden.Schon Stillfried hatte auf die ,ziemlich frappante' Verwandt-schaft dieses Wappens mit dem der Hohenlohe hingewiesen, 1 )Fürst Hohenlohe-Kupferzell, gleichfalls einer der gewieg-testen Heraldiker unserer Zeit, geradezu die Identität desAbenbergischen mit dem Hohenloheschen Wappen ausge-sprochen. Wenn nun dagegen Hocker 2 ) bemerkt, dass dasWappen der Grafen von Abenberg nicht, wie das derHohenlohe, zwei schwarze Leoparden im silbernen, sondernzwei silberne Leoparden im blauen, mit silbernen Rosen be-streuten Felde geführt hätte, ,so wissen wir dagegen aus demWappen der urkundlich erwiesenermassen stammverwandtenGrafen von Nassau und Solms, dass der Unterschied desSiegels und Wappens der jüngeren Linie eines alten Stam-mes von der älteren nicht immer in Annahme eines neuenWappens oder Umgestaltung der Schildfiguren, sondern oftlediglich in Veränderung der Schildesfarben oder Beifügung
') Anzeiger f. Kunde d. deutsch. Vorz. 1881. S. 9.
2 ) Heilsbr. Antiquit.-Schatz S. 54.