deutlich erkennen — einer zweiten Linie des Hauses Aben-berg- zugefallen, eben jener, die wir seit Beginn des 12. Jahr-hunderts im Besitz der Nürnberger Burggrafschaft erblicken.Nach dem kinderlosen Tode Friedrichs, der übrigens nichtnothwendig mit der letzten (1199) urkundlichen Erwähnungdesselben zusammenfallen muss, ist dann die GrafschaftAbenberg an die stammverwandte Nürnberger Linie gelangt.Dieser Anfall konnte sich geräuschlos und wie selbstver-ständlich vollziehen, während es doch höchst auffallend bliebe,dass uns über den zweifachen Wechsel im Besitz der Graf-schaft Abenberg — das eine Mal durch die Heirath derErbgräfin Hildegard, das andere Mal durch die der ErbgräfinSophia von Retz — auch nicht die leiseste Spur einer Nach-richt erhalten ist. Ich denke, dass so wichtige Thatsachen,wie das Aussterben zweier mächtiger Dynastengeschlechterund der Eintritt eines fremden Geschlechts, wie die Zollernin Franken waren, an den zeitgenössischen Geschichts-schreibern doch nicht so ganz spurlos vorübergehen konnten,dass sie ihrer mit keinem Worte Erwähnung thun. Als imnächsten Jahrhundert das Aussterben der männlichen Linieder Burggrafen von Nürnberg in bedrohlicher Kürze zu er-warten stand, ist uns über die zur Abwehr der Folgen dieserEventualität getroffenen Massnahmen eine Fülle von chro-nistischen und urkundlichen Nachrichten erhalten, und eswäre — auch wenn wir die grössere Dürftigkeit der Ge-schichtsquellen aus dem 12. Jahrhundert in Anschlag bringen- doch immer noch sehr verwunderlich, wenn wir über dievorausgehenden zwei gleichen Eventualitäten gar nichts er-führen. Denken wir uns einmal aus, was Alles nothwendigwar, um den Übergang der Burggrafschaft Nürnberg auf dieGrafen von Zollern zu ermöglichen! Da war in erster Reihedas burggräfliche Amt ein Reichslehen, das vom Kaiser demZollernschen Schwiegersohn des letzten Grafen von Retz über-
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Die Herkunft der Burggrafen von Nürnberg, der Ahnherren des deutschen Kaiserhauses
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