- 3 8 -
So weit würden unserer Annahme keine Bedenken ent-gegenstehen. Schwierigkeiten macht dagegen der Umstand,dass die Äbtissin Bertha ,de Holloch' genannt wird. Hollochist zweifelsohne so viel wie Hohenlohe. Nun könnte manentweder die Richtigkeit dieser genealogischen Angabe über-haupt anzweifeln — und dass die Urkunde vielfach ver-dächtig ist, haben wir schon oben auseinandergesetzt —oder mit Wendrinsky annehmen, dass der Name Hollochvon der Mutter der Namensträgerin herrührt, indem diesevon Haus aus dem Geschlecht der Hohenlohe angehörte undihr Gemahl, bezw. ihre Tochter nach einer auch anderwärtsvorkommenden Sitte diesen Namen als den ihrigen ange-nommen hat.
Am wahrscheinlichsten scheint es uns jedoch, dass dieAbenberg und Hohenlohe von Haus aus ein und dieselbeFamilie sind, welche sich dann, etwa im Laufe des 12. Jahr-hunderts, in verschiedene Zweige mit besonderen, unter-scheidenden Namen getheilt hat. Erbliche, feste Familien-namen gab es im früheren Mittelalter nur sehr wenige, undes ist daher eben so schwer, sichere Genealogien der ältestenAdelsgeschlechter aufzustellen, als die Verschiedenheit derNamen für sich allein noch kein Hinderniss ist, eine gemein-same Abstammung anzunehmen. An Analogien ist keinMangel. So weisen die Familien der Grafen von Zollernund derer von Hohenberg auf einen gemeinsamen Urstammzurück. So sind ferner die Grafen von Helfenstein, Spitzen-berg und Sigmaringen, die von Komburg und Rothenburg,die von Urach, Freiburg und Fürstenberg, die von Würtem-berg und Grüningen eines Stammes. Dass ein ähnlichesVerhältniss zwischen den Abenbergern und Hohenlohe be-standen hat, geht schon aus der Identität der beiderseitigenWappen hervor. Das Wappen der Grafen von Abenberg,wie es uns Stillfried nach einem Todtenschild im Kloster