- 28 -
gang des 12. Jahrhunderts (bis 1199) begegnet uns ein GrafFriedrich von Abenberg, höchst wahrscheinlich ein Sohn des1183 verunglückten Friedrich. Wie soll man sich nun, an-gesichts dieser zahlreichen gleichzeitigen und späteren natür-lichen Familienrepräsentanten den Erbanfall der Abenbergi-schen Güter an eine Haustochter denken? Nach mittelalter-lichem deutschen Erbrecht war es geradezu ausgeschlossen,dass ein so alter und reicher Güterbesitz, wie der derAbenberger war, an eine Tochter fallen konnte, so langenoch männliche Mitglieder der Familie vorhanden waren.Namentlich der adlige Grundbesitz konnte schön zu jenerZeit nicht so leicht in weibliche Hände kommen, so langenoch, und sei es auch nur in entfernten Seitenlinien, männ-liche Verwandte zur Stelle waren. Und das war ohne Zweifelbei den Abenbergern der Fall. Neben der Linie, die ver-muthlich mit dem jüngeren Friedrich von Abenberg amEnde des 12. Jahrhunderts erlosch, existirte noch eine zweite,eben diejenige, der die Burggrafen von Nürnberg angehörten,die sich selbstverständlich, seitdem sie in den Besitz dieserBurggrafschaft gelangt waren, vorzugsweise nach dieserbenannten und den Titel Grafen von Abenberg erst dannwieder ihrem Amtstitel beifügten, als sie nach dem Aus-sterben der andern Linie in den alleinigen Besitz der altenEamiliengüter gelangt waren.
Zu der einen Linie gehören Wolfram I., dessen SöhneWolfram II., Otto und Konrad, Erzbischof von Salzburg,Wolframs II. Sohn Rapoto I., dessen Sohn Rapoto II. undEnkel Konrad und Friedrich I. und des letzteren Sohn Fried-rich II. Die Genealogie der andern Linie ist dagegen ganzunsicher. 1108 erscheint ein Graf Wolfram von Aben-berg mit seiner Frau Gerhilde und einem Sohne Adalbert,der damals Bamberger Domherr war 1 ). Schmid nimmt
') Oesterreicher, Geschichte der Herrsch. Banz. Th. II. Anm. III.