- 24 -
Auseinanderhaltung zweier Wolframe rechtfertigt sich nochweiter dadurch, dass Erzbischof Konrad I. von Salzburg unsvon seinem durchaus zuverlässigen Biographen als der jüngsteSohn eines Grafen Wolfram von Abenberg bezeichnet wird,der ausser diesem noch zwei ältere Söhne, Wolfram undOtto, gehabt hat. 1 ) — — Von 1120—1172 erscheint einGraf Rapoto von Abenberg, Sohn Wolframs II. und Neffe desErzbischofs Konrad; vermuthlich sind es wieder zwei, einälterer und ein jüngerer. Auch dieser war Vogt der Bam-berger Kirche; 1160 wird er zugleich als Graf der BambergerStiftsgüter im Rangau bezeichnet.
Der Rangau reichte von der oberen Aisch und Alt-mühl bis zur Regnitz. Ursprünglich, nach der Unterwerfungdes östlichen Frankens unter die Herrschaft der Franken-könige, wohl grösstentheils königliches Besitzthum, gelangtedasselbe nach der Gründung des Bisthums Würzburg nachund nach durch königliche Schenkung an die letztgenannteKirche; die grosse Schenkung Kaiser Ottos III. vom30. Mai 1000 -) an die Würzburger Kirche, nämlich die Ver-leihung der vollen Grafengerichtsbarkeit im Rangau, warwohl nur das Schlussglied in der Kette der vorausgehendenSchenkungen von Gütern und Rechten. Späterhin hat da-neben das neugegründete Bisthum Bamberg Königsgut imRangau geschenkt erhalten: Büchenbach, Herzogenaurachund Langenzenn werden ausdrücklich als solche königlicheVerleihungen erwähnt, in welche wohl auch die der könig-lichen Regale mit eingeschlossen war, wenn wir auch vonderen Erwerb erst durch eine Bestätigungs-Urkunde Kon-rads II. vom Jahre 1034 Kunde erhalten. Wenn also dieGrafen von Abenberg Bamberger« Grafen im Rangau ge-nannt werden, so kann sich dies nur auf ihre Vogteirechte
') Vita Chuonradi (Mon. Germ. hist. SS. XI. § 1.)
J ) Mon. Boi. XXVIII. p. I. p. 286.