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Nürnberg hier lediglich wenige vereinzelte Ansiedlungenunter dem Schutz der auf felsiger Höhe hingelagerten Burgsich gebildet hatten, im Übrigen aber in weitem Umkreisnur erst schwache Anfänge menschlicher Cultur sich zeigten!Ich glaube kaum, dass eine so reich begüterte und mächtigeFamilie, wie die Grafen von Retz waren, sich herbeigelassenhaben würde, die verhältnissmässig unbedeutende NürnbergerBurghut zu übernehmen. Dazu kommt, dass während derersten Hälfte des Mittelalters der Titel und das Amt einesBurggrafen offenbar weit weniger angesehen war, als diesspäterhin der Fall gewesen ist. Schon die lateinischen Be-zeichnungen für dieses Amt, welche speziell in den Nürn-berger Urkunden des 12. Jahrhunderts zwischen praefectus,advocatus, castellanus wechseln, lassen deutlich erkennen,dass wir es hier nur mit einem Amte von untergeordneterBedeutung zu thun haben. Und in der That waren dieNürnberger Burggrafen des 12. Jahrhunderts nichts weiteresals militärische Befehlshaber der Burgbesatzung und Auf-seher über die noch kleine, unbedeutende Stadt und das be-nachbarte Reichsland. Der Titel ,Graf' ändert daran garnichts, sonst müsste beispielsweise auch der AugsburgerBurggraf, welcher lediglich Beamter des dortigen Bischofswar und als solcher namentlich die Aufsicht über Gewerbeund Handel der Bürger führte, einen höheren Rang bean-spruchen dürfen.
Wie war es weiter möglich, dass die Grafen von Retzneben ihrer Stellung in Österreich zugleich die eines Nürn-berger Burggrafen versahen? Unsere Gegner lassen sichüber diese Schwierigkeit nicht weiter aus und nehmen daherdie Frage offenbar leichter, als wir dies zu thun vermögen.Bei der weiten Entfernung zwischen Nürnberg und Retzhätten die Flerren von Retz jedenfalls an dem einen oderanderen Ort einen Stellvertreter haben müssen, aber von
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