Später haben dann die Franken vom Westen und die Baiernvom Süden her allgemach die Slaven wieder zurückgedrängt,bezieh, unterworfen und zum Schutz dieser neuen Erobe-rungen zahlreiche Burgen an besonders günstig gelegenenPunkten angelegt. Eine solche Schutz- und Zwingburg warjedenfalls auch Nürnberg. Zur Anlage einer solchen locktenhier die vortheilhaftesten Natur- und Bodenverhältnisse. In-mitten einer weitausgedehnten Ebene erhebt sich kurz vordem Einfluss der Pegnitz in die Rednitz das mächtige Fels-plateau, auf dem die Nürnberger Burg erbaut ist. Ja, wennder Name Nürnberg mit dem keltischen Volksstamm der No-riker zusammenhängt h, so würde dies auf ein Alter jenerBergbefestigung schliessen lassen, das noch weit über dieslavischen und germanischen Wanderungen hinaufreicht.
Ursprünglich gehörte die Nürnberger Gegend zumPierzogthum Baiern; nach der Unterwerfung des letztenAgilolfingers wurde sie sodann von Karl dem Grossen zurnordgauischen Mark geschlagen, welche dieser zum Schutzegegen die Böhmen errichtet hatte. Unter den späteren Ka-rolingern gelang es den Baiern, jene Mark wieder an sichzu ziehen, bis dann Kaiser Otto II. nach der Niederwerfung-Herzog Heinrichs II. von Baiern die karolingische Mark-grafschaft im Nordgau neuerdings aufrichtete. Nürnbergwurde damit wieder Reichsgebiet. Unter den salischenKaisern lassen die Nachrichten der gleichzeitigen Geschichts-quellen, durch welche Nürnbergs Erwähnung geschieht, esunentschieden, ob Burg, Stadt und Zubehör zum Reichs-oder königlichen Hausgut gerechnet wurde. Für die erstereQualität spricht, neben der Bezeichnung Nürnbergs als eines„der kaiserlichen Gewalt unterstehenden Ortes" (locus imperiali postetati assignatus) in einer Urkunde Heinrichs V
') Förstemann, Ortsnamen S. 1163.