Lr war nicht minder bemüht gewesen, Modelle nnd Zeichnungen der vorzüglichsten Festungs-bauten Luropas und allgemein bekannter Belagerungen, sowie Karten, die er meistens selbst gezeichnet,bei den Feldzügen, denen er beigewohnt, zu sammeln, Line solche sehr geschätzte Sammlung hat daswürdige Mitglied der Königl, Akademie, Herr Präsident und Tomthur Freiherr Liljenbsrg in Unter-tänigkeit unserm allergnädigsten Könige in seinein Auftrage überreicht. Bei seinem Tode hat man indiesen Branchen die größte Sammlung gefunden, die doch glücklicher Weise mit seiner übrigen Habein's Vaterland gekommen und hier aufbewahrt ist,
Lr studirte und arbeitete beständig, er faßte Alles und drückte Alles, sowohl mündlich als auchaus dem Papier, mit Leichtigkeit aus, verstand Alles zu ordnen und in System zu bringen und behieltin seinem Gedächtniß, ebenso umfassend als seine anderen Geistesgaben, Alles was er gelesen hatte.
So war der Freiherr von Lggers, was seinen Geist betrifft; viele schönen Thaten beweisen,daß er sich nicht minder durch seines Herzens Ligenschaften ausgezeichnet hat. Mit einem stattlichenKörperbau und mit den feinen Sitten der großen Welt ausgerüstet, gewann er leicht allgemeineAchtung, während er um seiner Tugenden willen immer geliebt wurde. Der Schmerz war groß, alssein Leben durch eine plötzliche Krankheit am f2, Zanuar endete.
Seine vielen Geschäfte hatten ihm nicht Zeit verstattet, auf eine Vermählung zu denken. SeinStamm ist also mit ihm ausgestorben; allein sein Name ist, seiner großen Verdienste und seiner un-sterblichen Schriften wegen, in treuestem Gedächtniß aufbewahrt. Dergleichen Männer sind selten.Zhr Andenken ist deswegen von desto mehr Dauer,
Meine Herren! Die Nachwelt hat Zhrer rühmlichen Fürsorge zu verdanken, daß die Ver-dienste so vieler würdiger Mitbürger als Muster den kommenden Generationen dargestellt wordensind. Nicht den abgeschiedenen Mitgliedern unserer Gesellschaft, denen Sie verdiente Denkmale habenerrichten lassen, sondern den Nachkommen wird es zum Nutze» gereichen, Jene bedürfen nicht mehrdes Beistandes der Sterblichen, Sie haben ein Necht, mit Hochachtung und Dankbarkeit erwähnt zuwerden. Allein, vergebens würde man sich bestreben, durch ein bloßes Lhrengedächtniß Dem dieseunschätzbare Belohnung der Tugenden und der echten Verdienste zu gewinnen, dessen eigenes vergan-genes Leben nicht im dauerhaften Andenken der Nachwelt fortlebt. Wo dagegen diese Gründe einerunvergänglichen Lhre zu finden sind, trotzen sie gewiß der Vergänglichkeit, dem Neid und der Undank-barkeit; die Nachkommen aber dürfen die würdigen Menschenfreunde näher kennen lernen, deren Liferum die Wohlfahrt Ihresgleichen und deren bürgerliche äugenden zur Nachfolge des Guten und Be-rühmten entflammen. Wenn auch, wie bei dieser Gelegenheit der Fall ist, ein minder geschickter Pinselnicht im Stande war, die großen Verdienste, die einer mehr vollkommneren .Zeichnung der geschicktenHand des besten Malers würdig waren, lebhaft zu schildern, so besitzen doch diese Ligenschaften in sich eineermunternde Kraft, Zeder aufgeklärte verstand scheint bei ihrer Beobachtung eine verborgene Stimmezu hören, die zum Herzen redet. Diese Stimme scheint den nachfolgende» Geschlechtern zu sagen:vergleichet diese berühmten Männer, deren Tugenden Hochachtung erwecken, cultivirt das Genie, be-mühet Luch, Kenntnisse zu sammeln und brauchet sie, wie jene es gethan, zur Wohlfahrt des Vater-landes und der Menschen: liebet Luresgleichen und thuet ihnen, diesen Vorbildern, nach, all dasGute, was in Luren Kräften steht, so wird die Lhre auch Luer Andenken unsterblich machen: wennauch die späteste Nachwelt sich nicht immer Lurer Namen erinnern sollte, so werdet Zhr doch dieBelohnung, die noch theuerer ist, gewinnen, daß, wie lange diese Namen auch erwähnt werden, esmit der Achtung und der Liebs der Nachkommen geschehen wird!