532
genug gesammelt; in Sachsen war nichts mehr zu schaffen und er, der dein Kriege in Finland beige-gewohnt hatte, erwartete von den schwedischen Kriegsoperationen wohl kein großes Resultat,
Das Vaterland wollte ungern der Dienste eines so verdienten Offiziers entbehren, Zhmwurde bei seinem Abschied der sonst ungewöhnliche Vortheil vergönnt, mit Beibehaltung seines Dienst-alters, wenn er in Zukunft es wünschte, wieder eintreten zn können in die Dienste des Vaterlandes;ihm wurde auch der Raiig als General-Major ertheilt.
Allein, obschon aus fremden Grund und Boden, war er ebenso guter Patriot als zuvor, ZnDanzig erwies er seinen Landsleuten all die Güte und Gewogenheit, die in seinen Kräften stand.Das Königliche Fortifikations-Tontor zu Stockholm wurde mehrmals von ihm mit Geschenken berühmterBücher über Fortifikation und Kriegswissenschaft bereichert. Sorgfältig forderte er die jungen Offizierein diesem Ttat in seinein eigenen Lande auf, gründliche Kenntnisse in ihrer Branche zum allgemeinenNutzen zu sammeln. Das Vaterland lag ihm immer am Herzen und er verdiente, die Freude amff). August f772 zu erleben, das Vaterland aus der Zerstörung der Revolution, aus Zwietracht undBedrückung gerettet zu sehen. Man erzählt, daß, wenn nicht bald daraus sein Tod eingetreten wäre,er der Meinung gewesen sei, in unserer neuen Periode dem Vaterlande noch einmal seine Dienste an-zubieten; besonders während der unruhigen Zeiten an seinem Orte, wo man täglich die Stundeerwarten mußte, daß eine Stadt ohne Verteidigung, die noch dazu ihre schönsten Rechte und Freiheitenverloren hat, gegen eine so große Rebermacht vertheidigt werden sollte,
Tin Mitbürger, der so große Verdienste uin's Vaterland hat und stets sich desselben zärtlicherinnert, verdient auch im Andenken desselben zu leben, Während der letzten Zahre seines Lebenswurde er von Sr. Königl, Majestät dein König Adolph Friedrich Höchstseligen Andenkens mit demgroßen Kreuz des Königl, Schwert - Ordens und von: König Gustav III,, gleich nach dem Antritt derRegierung unseres holden Königs — im glücklichen Zeitalter des Verdienstes — mir der freiherrlichenWürde begnadigt.
Die Königliche Akademie der Wissenschaften vergaß auch nicht, ihm Wohlwollen zu erweisen.Seit f75f war er zum Mitglied der Königlichen Akademie erwählt. Wenn er nachher nicht meistensabwesend gewesen wäre, hätte er, der die Wissenschaften so sehr liebte und kannte, gern noch mehran den Geschäften unserer Gesellschaft theilgenommen; in Beförderung unseres Zieles: „Das Gedeihenund der Fortschritt der Wissenschaften" ist er doch immer mit der Königlichen Akademie einig gewesen.Mehrmals hat er auch bedeutende Sammlungen von Büchern zur Bibliothek der Königl, Akademiegeschickt, unter anderen verschiedene große und werthvolle Werke der Historie, der mathematischenWissenschaften, der Kriegs- und Baukunst, der Zahrbücher u, s, w, Tr hat also die Thre verdient,sein Bild, das er selbst unserem Versammlungs-Saale geschenkt, dort unter den Wohlthätern der Kön,Akademie erhalten zu wissen,
Zn der Luchsammlung, die er hierher gesandt, kann man sehen, wie er Bücher in beinaheallen Branchen gesammelt. Dies war seine hervorstechende Neigung und selten hat Zemand seineBibliothek ans eine so mühsame Weise zn sammeln begonnen. Die Werke, die er in seiner Zugendmit eigener Hand copirte, hätte man verwahren müssen, Anderen zum Vorbild und zu einein würdigenofeugniß, ^mß große Kenntnisse nur bei vorzüglicher Lernbegierde und unermüdetem Fleiße zn erwerbensind. Alleiii, sie sind im Zahre f73f nebst der ganzen großen Buchsammlung, die er von Dresdenhatte hierherkommen lassen, bei der großen Feuersbrunst zu Stockholm verbrannt. Nachher hatte erdoch eine so bedeutende Bibliothek gesammelt, daß er, außer de» mehreren hundert Länden, die eruiiseren öffentlichen Tinrichtungen und ebenso Verwandten und Freunden^) zum Geschenke gegebenhat, doch bei seinem ci.ode eine bedeutende Sammlung zurückließ, worüber er vermuthlich eine Dispo-sition hatte machen wollen, wenn seine letzte Krankheit nicht so plötzlich sein Leben geendet hätte.
Unter anderen hatte er anch von Deutschland ans eine Saininlnna Bücher der schönen Wissenschaften seinerStiefschwester, der Freiherr,» Sparre, geschenkt.