Druckschrift 
2 (1887)
Entstehung
Seite
87
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nicht verbergen konnten, wollten sie in das Standquartier ihres Kommandanten bringen, um nachKriegsgebrauch damit zu verfahren, Ls mag auch wohl sein, daß sie glaubten, die Minister möchtenPapiere bei sich haben, die das Militär interessiren könnte und daß sie daher auch aus einem gewissenDiensteifer die kvagen nach Gernsbach führen wollten w,"

Nach Auflösung des Kongresses begab sich Lggers nach Stuttgart und von dort nachTübingen, um uoch durch eine Reise in dein ihm so lieb gewordenen Süddeutschland nach überstan-denen Arbeiten und Lindrücken sich zu kräftigen. In letztgenannter Stadt mußte er jedoch einen un-freiwillig längeren Aufenthalt nehmen, da ein schon in Rastatt entzündetes Rein ihm das Reisenverbot,

Miederhergestellt begab er sich nach Schaffhausen und Stockach, wo besonders die Gegend ilmanzog. Das Schlachtfeld war es vor allen, welches ihn interessirte, dann die so überaus lieblicheGegend, welche er in Begleitung seines kvirthes durchmaß. Die Berge von Düttlings» vor sich,schreibt er darüber: „Ls war ein vollkommen heiterer Tag, Man sah ganz deutlich Petershausen,die Berge bei Mainau, Tonstanz, Der Bodensee ist nur eine kleine Stunde von Stockach entfernt.Der See war still, das Masser schön und hell. Ich sah wieder Schiffe mit Segeln, sie erinnerten michan mein Vaterland,

So in Betrachtung vertieft fiel ich wieder aus den Munsch meiner Iünglingsjahre, einst, wennAlter und Arbeit mir aus Ruhe Anspruch geben, meine letzten Tage nur im Schöße der schönen Naturzuzubringen. Lange hatte mich keine Gegend so angezogen, wie diese und ich genoß eines Glücks,was mir so selten unter den gebildeten Menschen zu Theil ward; ich hatte an meiner Seite einenGefährten, dem ich meinen Munsch mittheilen konnte, der dafür empfänglich war!

Mir fanden bald einen allerliebsten Platz zum Bauen auf der Höhe, an die der Mald sichlehnte. Mein Gesellschafter ging mit mir bis aus die Höhe, Hier war der schönste Standpunkt,Dort wollte er das Mohnhaus setzen, ich wollte es lieber am Abhang haben, mir das freundlicheMäldchen zum traulicheu Spaziergang wählen, Line Allee die Höhe hinan, mit einem kleinen Tempel,bewahrte ich zum seltneren Genuß, für die feierliche Stimmung,

Schon hatte ich es mit den Mitteln zur Ausführung zu thuu. Aber da dachte ich an Dich,meine verewigte Gattin, an Deinen Munsch, auch des Lebens Abend im vaterlande zu beschließen.Auch bei uns giebt es schöne und große Gegenden. Deine Münsche waren mir immer vor allenheilig. Im vaterlande also will ich diese Ruhe suchen, in der Gegend von Helsingör, oder vonprästön, oder von Leaburg, oder von veile, oder von Schleswig, oder von Kiel; wenn anders dasSchicksal mir sie hienieden noch beschieden hat, wenn ich nicht zum Säen, nicht zum Lrnten bestimmt bin,"„Da störte den reinen Genuß der Donner der Kanonen. Sie tönten in der Lerne, wie vonder Schweiz her. So nahe bei dem Schlachtfelde von Stockach, jetzt vielleicht schon ein neues Schlacht-feld, Und wo ist diesem unersättlichen Herrschgeist das Ziel gesteckt!"

Dies war am 25. Mai, Am 2s). finden wir von Lggers in Minterthur, wo er, so nahebeim eigentlichen Kriegsschauplatze, mit einer Reihe berühmter Generale und österreichischer Beamtenbekannt wird und das Glück hatte, dem Lrzherzog Karl*) vorgestellt zu werden.

Interessant ist, wie hier mitten im Kriegsgetümmel wieder die alte Leidenschaft bei ihm er-wachte und er den Lrzherzog um die Lrlaubniß bat, einem Treffen beiwohnen zu dürfen. Der Lrz-herzog, welcher einen großen Gefallen an diesem kriegerischen Sinne fand, versprach bereitwilligst dieGewährung der Bitte,

Schon am Juni Morgens kam ein Feldjäger mit Pferden aus dem Hauptquartier undbald langte von Lggers beim Stabe des Lrzherzogs an, Lr machte die Schlacht bei Zürich mit undkehrte erst spät am Abend nach kvinterthur zurück. Dort verweilte er noch einige Tage, sah das

Der Sieger von Aspern.