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verabscheut, haben für den specielleu Zweck dieser Arbeit kein Znteresse. Für uns ist von Ivichligkeit,daß er während seines Aufenthalts in Rastatt bis zum 23. April Reiseich) durch das südliche
Deutschland, de» Elsaß und die Schweiz machte, wozu die häufig unterbrochenen Verhandlungen hin-reichende Zeit boten. Die Beschreibung seiner Reisen, höchst fesselnder Ratur, sowie Bemerkungenüber die Auflösung des (Longresses :c., legte er in einem achtbändigen Merke, welches in den Zahrens30s — s809 zu Kopenhagen und Braunschweig erschien, nieder. Diese Briefe, geschrieben an seineBrüder zu Kopenhagen, Schleswig, Glückstadt und Meldors, an seinen Schwager, den Professor Münter,an die Etatsräthin Brun, geborene Münter und verschiedene hochgestellte Freunde enthalten so mancheZüge, welche wir uns bei der Beurtheilung des Ganzen nicht entgehen lassen dürfen. «Line nie rastendeThätigkeit trotz der verschiedensten Arbeiten, genaue Tagebücher uud eine lebhafte (Lorrespondenz mithohen und höchsten Personen, welcher nur zu oft, trotz körperlicher Leiden, die Ruhe der Nacht zumOpfer gebracht wurde, setzteu von Eggers in den Stand, so genaue und interessante Mittheilungenüber die verschiedensten Gegenstände und Zeitfragen in diesen Briefen niederzulegen. Reberall trittuns der klare Kopf, der scharf beobachtende Geist, dem nichts Bemerkenswerthes, sei es auf demGebiet der Politik, der socialen Zustände, der kriegerischen Ereignisse, entgeht, vor Augen. Danebenfindet dieser rührige Mann Zeit, gesellschaftlichen Verpflichtungen in ausgedehntem Maße nachzu-kommen; nehmen ihn Abends bis tief in die Nacht gesellschaftliche Zirkel in Anspruch, so bleibt derNest der Nacht ernsten Studien und der kommende Tag der Berufsarbeit.
Der 23. April s?99 war der Tag der Auflösung des Tongresses, und während die einzelnenGesandtschaften sich zur Abreise rüsteten, erfolgte am 23. April des Monats der Ueberfall der fran-zösischen Gesandten durch österreichische Husaren, die Ermordung Bonniers und Robersot's. Ueberdie ganze Schandthat finden wir in Eggers' Briefe», der mit Roberjot viel verkehrt hatte, diegenauesten Details. Gr sah die Leichen der Erschlagenen und nahm sich der Familien an, welche nachRastatt zurückgekehrt, ihre Rückkehr nach Frankreich nicht anzutreten wagten.
„Dies ist also", schreibt er, „der letzte Hauch dieses unglücklichen Tongresses, der, obgleichfruchtlos, dennoch in den Annale» der Geschichte aus mehr als einer Rücksicht stets merkwürdig bleibenwird. Gr begann unter den trübsten Auspizien, kränkelte stets während seines Daseins, endigte mitSchrecken. Aber er giebt den Staatsmännern manche wichtige Lehre, die es wahrlich wohl verdient,daß sie studirt und beherzigt werde." Interessant ist ferner an einer andern Stelle die Ansicht vonEggers über die Urheber und die Ursache des Mordes zu hören. Er war an Ort und Stelle, alsdie Schandthat passirte, nahm sich der Getödteten und ihrer Familien an und war unter denen, welcheeine schnelle und gründliche Untersuchung der ganzen Angelegenheit betrieben.
So ist es eigenthümlich, wie sein klarer Geist schon damals fast dieselbe Ansicht über den Zu-sammenhang der Schandthat hegte, welche von Sybel jetzt, nach Benutzung der kviener Archive, alsdie einzig richtige hinstellt, v. Lggers schreibt: „Nach allerhöchster Wahrscheinlichkeit haben öster-reichische Husaren die Mordthat verübt, allein ohne allen Befehl, bloß um einen Beutestreich auszu-führen. Daß solche Gewaltthätigkeiten möglich sind in dem Schauplatz des Krieges, wo zumal dieVorposten steh», wird wohl kein aufrichtiger Offizier leugnen. !vas aber diese That so abscheulichmachte, lag unstreitig über dein Hoffnungskreise der Thäter. von Völkerrecht haben sie sicher keineBegriffe. Auf jeden Fall ließe es sich wohl denken, daß sie glaubten, mindere Pflichten gegen fran-zösische Minister auf sich zu haben, von denen und von deren Negierung man sich so uachtheilige,zum Theil so wunderliche Begriffe gemacht, die lange genug durch öffentlich zugelassene abgeschmackteVolksblätter stillschweigend autorisirt wurden. Selbst das Verfahren bei der Mordthat scheint diesevermuthung zu bestätige», in so weit man sich auf die wenigsteus in einem gewissen Grad erwiesenenUmstände beschränkt und nicht in ganz unsichere Schlüsse sich verwickelt. Die Husaren haben gemordet,um desto sicherer rauben zu können. Sie haben geraubt, was sich gleich wegbringen ließ. Lvas sie
*) Ist" Frühjahr und Herbst t-ys.