geben",*) in welcher er unter Bekämpfung aller gegen das Emancipationsproject erhobenen Bedenkenauf die Veranstaltungen hinwies, welche nothwcndig würden, um den Bauern neben persönlicher Frei-heit auch Eigenthum an ihren Stellen und Znventarien mit Abschaffung der Frohndienste zu gebenund berührte dabei zugleich, nach den Instructionen Bernstorff's, die Aussicht auf eine Unterstützungaus der staatlichen Kreditkasse.
Der Erfolg entsprach der gerechten Erwartung des Ministers, wie seines thätigen Mitarbeiters.Eine Commission erklärte am o. Zuli nach reiflicher Erwägung der vorgelegten Schriften und allerGründe für beide Meinungen, daß sie die Aufhebung der Leibeigenschaft auf den adeligen Güternnothwendig fände und daher wünschte. Die Commission erbat sich vor Ende des Lahres oder
spätestens in den ersten Tagen des Umschlags f?9? eine schriftliche Erklärung der Betheiligten, indemNichteinsendung der Erklärung für eine Zustimmung zu der Mehrheit gelten würde. Zu jener Zeitwar es, daß Bernstorff, als die Erreichung des Zweckes nicht mehr zweifelhaft war, mit Eggers überdie Mittel sprach, wodurch er die Ausführung zu beschleunigen hoffte. „Durchdrungen von Freudefür meine Mitbrüder", schreibt Letzterer, „von Verehrung für den würdigen Minister, der seinen Ver-diensten dadurch die Krone aufsetzte, ließ ich meinen Empfindungen freien Lauf. Zch sagte dem Grafen,wie glücklich es mich machte, von dem unmittelbaren Antheil, den er daran hätte, so genau unterrichtetzu sein. Aber ich konnte dabei die Bemerkung nicht zurückhalten, daß Tausende, welche die Früchtedieser Wohlthat ernten würden, daß bei weitem der größte Theil des Publikums nicht einmal erführe,daß er zuerst den Grund dazu gelegt hätte. Bernstorff hielt sich genug belohnt durch das Bewußtseinder guten Handlung, durch die Aussicht auf die glücklichen Folgen, auf die Segnungen, welche dieVorsehung daraus für das von ihm so sehr geliebte dänische Reich ableiten könnte. Zch erwiderte,daß Zeitgenossen und Nachkommen billig auch den Urheber kennen müßten, weil nichts kräftiger alssolche Beispiele zur moralischen und zur politischen Tugend ermuntern. Wenn ich ihn überleben sollte,setzte ich hinzu, würde ich es für eine süße Pflicht halten, über diesen Gegenstand, wie über verschiedeneandere, wovon ich nähere Kenntniß hätte, dem lesenden Publikum zu sagen, was man ihm Allesdanken müßte. Bernstorff's Antwort entsprach der Größe seines Charakters. Er nahm aber auchdie Aeußerung meiner innigsten Verehrung gütig auf und schien eine Denkschrift auf ihn nicht ungernin meinen Händen zu wissen."
Zn wie vollendeter Weise von Eggers sich dieser schwierigen Aufgabe, zumal sobald nach demTode Bernstorff's, entledigte, ist bekannt.
Die Tommission legte das Resultat ihrer Thätigkeit am ff. März f?9? dem Könige vor.Diese Freude erlebte Bernstorff noch. Er erreichte das Ziel seiner fast zehnjährigen Bemühungen.Aber er unterzeichnete nicht mehr das Schreiben der deutschen Kanzlei vom ötl. Zum f?9?, worin sieden zur Einleitung des Geschäfts gewählten Deputirten des Königs gnädigsten Beifall und besonderesWohlgefallen bezeigte über den vom Corps der Prälaten und Ritterschaft, auch den übrigen Guts-besitzern in den Herzogthümern, zur Beförderung der allgemeinen Wohlfahrt aus Vaterlandslieberühmlichst gefaßten und nach den mehrsten Erklärungen binnen einem Zeitraum von 8 Zahren zurVollziehung zu bringenden Entschluß wegen Aufhebung der persönlichen Leibeigenschaft auf ihrenadeligen Gütern.
Bernstorff starb am 2f. Zum f?9?, tief betrauert von seinem Könige, dein Lande und nichtam wenigsten von Christian von Eggers, der ihm im Leben so nahe gestanden, an seinen Reformeneinen eben so werkthätigen, wie warmen Antheil genommen hatte und der berufen war, seine Ver-dienste der Nachwelt zu erhalten.
Doch kehren wir nach dieser Abschweifung zu Eggers zurück , so war derselbe fcsMordentliches beständiges Mitglied der Königlichen Landhaushalts - Gesellschaft geworden; auch seine
*) Im deutschen Magazin B. II,