Druckschrift 
2 (1887)
Entstehung
Seite
15
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wenn auch einein althamburgischen Geschlecht entsprossen, war es natürlich, das; durch den Stiefvaterund die Geburtsstadt von vorn, herein schwedische Beziehungen in den Vordergrund traten denenEggers ebenso treu blieb, wie er stets gegen Bußland, den ausgesprochenen Feind seines Adaptiv--Vaterlandes, die Waffen trug. Seine ersten Erfahrungen sammelte er in französischen Lagern und mitfranzösischen Truppen in und um Danzig, Dann befestigte er für Hessen eine Festung gegen dieselben.Dann bei den österreichischen Truppen stand er unter jenein Seckendorf, der später mit französischenTruppen sein Gegner wurde, focht vor Prag mit Preußen und Äaiern gegen Oesterreich, mit Oester-reichern f7fl2 gegen Preußen, dann im finnländischen Kriege gegen Rußland. Das Jahr f7^ fübrteihn bei der pragmatischen Armee in österreichischen: Interesse gegen Frankreich, die Theilnahine anden Operationen des Herzogs Adolf von Sachsen Weißenfels gegen Preußen, dann gegen Baiern,beide Waffenbrüder von Prag. Im französischen Heere vor Bergen op zoom gegen Theile der praa-matischen Armee, war er bei Kesselsdorf und ans dem Königstein wieder gegen Preuße» engagirt,. bisendlich der Sohn eines alten städtischen Geschlechts als Tommandant einer freien Hansastadt das Zielseiner Laufbahn fand.

Die neue Stellung hatte anfangs gewiß manchen Reiz für ihn gehabt. Aus den traurigenpolitischen Verhältnissen Sachsens fortzukommen, eine felbstständige Stellung mit genügender Muße,seinen literarischen Arbeiten leben zu könne», waren wohl die Hauptmotive zu seinem Entschluß ge-wesen. Doch bald wurde es dem alten Kriegsmann zu eng in der Stadt. Auch das eigenthümlicheVerhältnis; zum Raths konnte ihm auf die Dauer nicht behagen, so sehr auch sonstige äußere Vortheilezu Tage lagen. Er strebte daher nach Wiederanstellung und es liegen mir mehrere Briefe aus denIahren is7>öc) und f7ö() an den Grafen Brühl vor, worin er seinen Wünschen Ausdruck giebt, dochvon diesem auf bessere Zeiten vertröstet wird; ja sogar in einem Antwortschreiben von,. Decemberf7bt) räth der Graf ihn, entschieden ab, wieder Dienste zu nehmen. Es lautet die bezügliche Stelle:»Hai eto surpris cbappreuclro pur Votre lettre clu 17. ci. c. cpio le sejcmr cle vaut/ä^ et In place gue Vcms^ occupe/ ccmuueucent ä Vcms enmi^er, tanclis gue Hai crü Vcms / procurer une retraite eAalementbouorakle et avautaZsuse, cm Vcms puissiex attenclre trancpüllement la tm cle l'oraAS gm accalile >apauvre Laxe.«

So blieb ihm denn nichts übrig, als auszuharren und pflichtgetreu seine» Diensten als Tom-mandant nachzukommen. Seil, Leben gestaltete sich im Laufe der Jahre immer angenehmer, da er,obgleich unverheirathet, sein Hans zum Mittelpunkt eines ausgewählten Tirkels inachte, gastfrei und einFreund der Geselligkeit stets eine Anzahl ihm werther Männer zur Tafel zog und in ihrem Kreise, beiimmer nähern Heranrücken des Alters, einen durch geistige Genüsse erheiterten Lebensabend verbrachte.Vor allen waren es seine Bücher, mit denen und in denen er lebte und die er in großer Anzahl sichgesammelt hatte, seine Aufzeichnungen aus den mitgemachten Kriegen, selbstverfertigte Karten undseine sehr schöne Sammlung schwedischer Münzen, die er mit feinem Geschmack stets zu vermehrenbemüht war. Die reiche Bibliothek, von der er im Jahre s77f ein verzeichniß drucken ließ, erwarbspäter die Kaiserin Katharina die Große, seine Karten und Aufzeichnungen, sowie seine Münzensamm-lung gingen nach Schweden, da er beides dem König Gustav III. vermacht hatte und fanden daselbstin der Bibliothek des Generalstabes und im Münzcabinet Aufbewahrung. Stets war und blieb erneben seinen Berufspflichten als Soldat ein Freund und Beförderer der Wissenschaften, so daß dieKöniglich schwedische Akademie der Wissenschaften" ihn mit Aufnahme unter ihre Mitglieder ehrte.Auch von Seiten des schwedischen Königs wurden ihm noch Auszeichnungen zu Theil, denn im Jahref77f verlieh ihm derselbe das Großkreuz des Schwertordens und am 27. Mai s772 erhob er ihn inden Freiherrnstand*) des schwedischen Reiches.

'-) Das Freiherrmvappen ist:

Schild von Bla» und Gold getkeilt. Im oberen Tbcilc ist eine blaue Kanoueukngel, darüber eine rotbe»501-nna luur.-üi^ . Im unter» befindet sich ein silberner Sparren, begleitet von zwei kleinen goldene» Kanonenkugeln. Die