Druckschrift 
2 (1887)
Entstehung
Seite
14
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Am 28. Januar s7ö2 bekam er das Patent als Oberstlieutenant r>em der schwedischen Forti-fikation und am 8. Zanuar des folgenden Lahres wnrde er zum General-Ouartiermeister-Lieutenantbei der Fortifikationsbrigade in Stockholm ernannt, welchem aiu 2. Zum l7öö die Beförderung zumObersten bei der Fortifikation in Stralsund folgte. Alle diese Ernennungen von Seiten Schwedensbeeinflußten sein eigentliches Dienstverhältniß in Sachsen nicht, wo er fortdauernd als Lehrer derPrinzen wirkte, hatten aber den Zweck, daß, wenn Schweden bei Kriegsereignissen seiner bedurfte,dies in einer seinem Alter und seinen Kenntnisse» angemessenen Stellung geschehen konnte, sollten auchwohl außerdem ihn der Gewogenheit seiner Erbköuige versichern.

Der Friede von Aachen hatte Europa eine kurze Buhe gebracht. Doch nicht lange sollte diöserZustand danern. Alaria Theresia konnte den Verlust Schlesiens nicht vergessen und zwischen Oester-reich, Bußland, England und Sachsen, ja später auch Frankreich, gelang es ihr und ihrem Minister,eine Toalition in's Leben zu rufen. Streitigkeiten zwischen Frankreich und Bußland standen dem Aus-bruch der Feindseligkeiten entgegen und Bönig Friedrich von Preußen, wohl orientirt über die Ver-hältnisse, entschloß sich, seinen Feinden zuvorzukommen. Mit 67,VL>O Mann fiel er im August desZahres s7ök in Sachsen ein, nahm Dresden und schloß das sächsische Peer bei Pirna ein, währendKurfürst August III. und sein Minister Brühl auf dem Königstein Bettung suchten. So begann dersiebenjährige Krieg! Mittlerweile wurden die Oesterreicher bei Lowositz geschlagen und bevor esBrowne gelang, die eingeschlossenen Sachsen zu entsetzen, kapitulirten diese, s<>s7,VM Mann stark,am s6. October s75<i, durch punger und Kälte gezwungen. Friedrich entließ die Offiziere, steckte dieSoldaten in seine Begimenter und zwang den Kurfürsten in einein vertrage, Sachsen zu verlassen undnach Polen zu gehe», wo er sich bis Ende des Krieges aufhielt, während die Preußen sich in seinemLande einrichteten.

Eggers war bei Ausbruch der Feindseligkeiten zum vice - Tommaudanten des Königsteins er-nannt worden, hatte in dieser Stellung den Untergang der sächsischen Armee erlebt, und, da bei derKapitulation der Armee am flu October für die Festung ein Neutralitätsvertrag aufgestellt war, soblieb er in dieser Stellung auch nach der Abreise des Königs. Die Stellung war für einen Offizier,der ein viel bewegtes Leben hinter sich hatte, unter andauernden Kriegen in den Nachbarlanden einelangweilende und wenig befriedigende. Doppelt begrüßte er daher ein Anerbieten der freien StadtDanzig, welche ihn zum Tommandanten ernennen wollte, da die mehr und mehr um sich greifendenkriegerischen Ereignisse ihr wünschenswerth erscheinen ließen, einen wirklichen Kriegsmann an ihrerSpitze zu sehen.

Eggers begab sich vom Königstein nach Marschau, um persönlich vom König seine Entlassungaus sächsischen Kriegsdiensten zu erbitten. Dieselbe wnrde ihm in den gnädigsten Ausdrücken am6. October s758 gewährt unter Beförderung zum Generalmajor und der Zusicherung, jederzeit wiederin das alte Dienstverhältniß zurücktreten zu können. Zugleich nahm er seinen Abschied aus schwedischenDiensten, der ihm gleicherweise in den gnädigsten Ausdrücken und mit dem Tharakter als General-major gewährt wurde. Er erhielt den Tommandantenposten mit einem Gehalt von KM) Thalern,freier Reise für sich, seine Diener und Egnixage und wurde am s). November s7Ö8 iu der Stadtbeeidigt und ihm die Garuisou unterstellt. Zahre später also, nachdem er in derselben Stadt seineerste kriegerische Verwendung gesunden hatte, kehrte er als General und Tommandant dahin zurück,um nun dieselbe nicht mehr zu verlassen; allerdings hatte das Schicksal in dieser Stellung ihm weitereTheilnahme an kriegerischen Ereignissen nicht mehr zugedacht.

Zch stellte oben die Behauptung auf, daß den Offizieren des s8. Jahrhunderts noch ein gutTheil vom alten Söldner eigen gewesen sei und brauche wohl kaum hierfür Beispiele, wie MarschallMoritz von Sachsen und Seckendorfs anzuführen, denn auch des großen Friedrichs Peer konnte mehrereseiner besten Führer und Parteigänger stellen, die mit den Kriegen auch die Farben gewechselt hatten.Meistens waren es allerdings Leute in höheren Befehlshaberstellen. Auch die Kriegslaufbahn Eggers',wenn auch vielfach bestimmt durch die politische» Verwickelungen, bietet von Anfang bis zu Ende einsolches Bild wechselvollen Dienstes in den Armeen aller Perren und Länder. Geboren in Liefland,