stets begehrt von Frankreich und schon häufiger das Angriffsobject französischer Heere, sollte fürunvorhergesehene Fälle neu verstärkt werden, und hatte dieserhalb der Statthalter Prinz Ivilhelm sichschwedische Ingenieure erbeten, welche auch mit großen Rosten neue Anlagen machten. Gleichwohlfiel Rheinfels später an die Franzosen und wurde denselben im Frieden von Basel zugesprochen, bisf79? die Festung geschleift ward.
Eggers wurde für seine Thätigkeit zum hessischen Artillerie-Capitain und gleichzeitig in Schwedenzum Lieutenant von der Fortifikation ernannt gegen Ende des Lahres s7Zö, was wohl das Aufrückenin eine etatsmäßige Stelle andeuten soll, da er ja seit fi. fahren bereits das Patent als Offizierbesaß. Das verhältniß doppelter Stellungen in verschiedenen Armeen neben einander, ja manchmalmit verschiedenem Rang, werden wir nun bei Eggers in der vorliegenden Skizze noch oft finden,Eigenthümlich ist, daß diese Doppelstellungen auch in subalternen Chargen bereits bei ihm vorkommen,während in höchsten militärischen Ivürden ja bis auf unsere Zeit dies Verhältniß nicht ungewöhnlichist. Als Grund ist wohl die Eigenart seiner Masse anzusehen, denn das Geniewesen bildete eine ArtHandwerk und die geschicktesten Ingenieure und Artilleristen traten oft für Gehalt in den Dienstanderer Staaten, nicht nur um Festungen zu bauen, sondern auch um beim Angriff oder bei der ver-theidigung derselben behülflich zu sein,*)
von Rheinfels begab sich Eggers nach Hannover, wo der schwedische Oberst Graf Horn ihnerwartete, den er nach Ivien zu den Vermählungsfeierlichkeiten der Erzherzogin Maria Theresia mit demGroßherzog von Toscana Franz Stephan zu begleiten hatte, Ivährend der Graf Horn nach Beendi-gung seiner Mission nach Schweden zurückkehrte, machte sein Begleiter eine Reise nach Venedig underwirkte von dort im Jahre )77>7 die Erlaubnis seines Königs, zu den österreichischen Truppen sichbegeben zu dürfen, welche unter Seckendorfs in Ungarn und Serbien den Türken gegenüber standen.Dem trostlosen Ausgange dieses Krieges beizuwohnen, der im Belgrader Frieden dein KaiserhauseOrsowa, Belgrad, Serbien und die kleine Ivallachei, die Errungenschaften des kaum öpg Jahre todtenPrinzen Eugen, kosteten, bewahrte ihn ein günstiges Geschick und der Befehl seines Hofes, sich nachSachsen zu begeben, um den Grafen**) August Heinrich von Friesen, der im Jahre )7öö als fran-zösischer mnrocbal lle camp starb, auf seiner Tavalierreise zu begleiten. Dies Verhältnis; verschaffteEggers einerseits die angenehme Aussicht, auf einer Reise, welche durch die Provence, Savoyenüber Mailand und Rom führte, seine umfassenden Sprachkenntnisse zu verwerthen, mannigfache neueEindrücke zu empfangen, wie auch seine sonstigen Kenntnisse zu bereichern, andererseits erhielt er durchdie Vermittlung des Vaters seines Zöglings, des Generals und Kabinetministers am sächsischen HofeGrafen Friesen eine Tapitänsstelle bei der sächsischen Infanterie und wurde dem 2. Torps der Leib-garde zu Fuß aggregirt. Nach seiner Rückkehr wurde er im Jahre )7P) zum Capitain bei derschwedische» Fortification und zu gleicher Zeit zum Major beim kursächsischen Ingenieur - Corps beider Feldbrigade ernannt.
Bald sollte Eggers Gelegenheit haben, in seinem neuen Dienstverhältnisse wiederum kriegerischenActione» beiwohnen zu können. Das Erlöschen des Hauses Habsburg im Mannesstamm, die vonKarl VI, aufgestellte pragmatische Sanction und die Ansprüche Baierns, Spaniens und Sachsens aufden erledigten Thron führten zum österreichischen Erbfolgekriege. Bevor jedoch derselbe zum Ausbruchkam, hatte König Friedrich II, von Preußen mit schnellem Blick die günstige Aussicht, jetzt oder niedas ihm vertragsmäßig zustehende Schlesien zu erwerben, erkannt und an Oesterreich, das auf eineAnerkennung seiner Ansprüche nicht eingehen wollte, den Krieg erklärt. Schnell fielen die Schläge derPreußen, Glogau fiel, die Schlacht bei Mollwitz wurde gewonnen und diesen Erfolgen gegenüber
'-) Allgemeine Kriegsgeschichte der Neuzeit vom Fürsten Galitzin. Bd, II, S. Z2.
Derselbe war ein Sohn des Grafen Heinrich Friedrich von Friesen sk bei Illoutpellier 8, Decbr, t-ZY),knrsiirstl. sächs. Kabinetsministers, Generals und Gouverneurs von Dresden, welcher sich am Z. Juni;?2S mit AugusteKonstantia sgeb. 2q. Febr. ;?c>8, k Z. Febr. l?28), Tochter Augusts des Starken und der Gräfin Cosel vermählt hatte.