Besonders war es ihm eine Lieblingsbeschäftigung in seinen Erhvlnngsstnndcn, eigeneGedanken und Ansichten von irgend einer Sache z. B. einer historischen Begebenheit und dergl.schriftlich aufzusetzen. Diese Aufsätze, von denen noch ein ziemlich starkes Collcctanccn-Bnch ansdem Jahre 1770 vorhanden ist, tragen alle, wie unbedeutend und zuweilen sonderbar sie auchsind, doch immer das Gepräge eines hellen Kopfes und offenen Herzens.
Im Dezember 1771 reiste er mit seinem Vater nach Kopenhagen. Hier öffnete sich einneues Feld für seine Lcrnbcgicrdc. Sein Fleiß und seine Arbeitsamkeit waren ohne Grenzen.Ans die dänische Sprache legte er sich mit solchem Eifer und machte unter der Anleitung deswürdigen N. Blicher, der nachher Prediger ans der Insel Falster wurde, in der kurzen Zeit vonfünf Monaten, die er sich daselbst aufhielt, solche Fortschritte, daß er sie nicht nur völlig ver-stand, sondern auch ziemlich geläufig redete und vollkommen fehlerfrei schrieb. Die Ausbildungin dieser Sprache setzte er auch stets nachher selbst unter seineu Studien im Auslände fort.
Im Jahre 1774 wurde er nach Mcldorf zu seinem Oheim, dem Conferenzrath undLandvogt Christian Siegfried EggerS geschickt, um sich bei ihm ferner auszubilden, Dieser vonAllen verehrte Greis widmete ihm von der Zeit an eine große Zuneigung und sorgfältige Auf-merksamkeit und belebte, so zu sagen, durch seine lehrreichen Unterhaltungen die Kenntnisse desjungen Neffen. Er erweckte ihn zum frühen Nachdenken über die wichtigen Wahrheiten desmenschlichen Lcbcns und leuchtete ihm vor mit einem vortrefflichen Beispiel in der Verwaltungder Gerechtigkeit und gewissenhafter Erfüllung aller Pflichten.
Auch hatte Christian hier das Glück, in dem würdigen Consistorialrath Jochims unddem trefflichen Ncctor und Magister Jäger väterliche Freunde und Lehrer zu finden. Seine Liebezu diesen seinen Lehrern war fast schwärmerisch und seine innige Dankbarkeit gegen sie nahm ermit in's Grab.
Im Frühjahr 1775 kam er nach dem akademischen Gymnasium in Altona, wo er nachder angestellten Prüfung an dem öffentlichen Unterricht in der ersten Klasse thcilnnhm. Hierwaren die Professoren Henrici, Dusch, Ehlers und Lange seine Lehrer und er genoß auch schonhier den Umgang dcS Professors Ehlers, dem er nachher während seiner ersten akademischenJahre sehr viel zu verdanken hatte und der bis an seinen Tod sein warmer Freund blieb.
Um Ostern 1776 fing er seine Studien in Kiel an und blieb daselbst 2 Jahre. Nachhersetzte er sie von 1778 bis 1781 in Leipzig fort. Er ward darauf nach Hanse berufen; da eraber sogleich keine passende Anstellung fand, ging er nach Halle und stndirtc daselbst ans eigeneKosten ein halbes Jahr und von dort nach Güttingen, wo er ein ganzes Jahr den Studien oblag.In dieser Zeit von beinahe 7 Jahren hatte er Gelegenheit, sich nicht nur auf die Rechtswissen-schaft und die HülfSmittcl derselben zu legen, sondern auch ans die neueren Sprachen, die Staats-geschichtc, die Camcrnl- und Finanzwissenschaftcn, und benutzte er diese Gelegenheit über die Maßenherrlich.
Mit ungewöhnlichem Flciße hörte er in Kiel Vorlesungen bei den Professoren Trcnde-lenbnrg, Winckler, Bröckel, Mayer, Mcllmnnn und Ehlers. Seine Lehrer in Leipzig warenPlatncr, Scger, Schott, Wenck und Morus; in Halle Niemeycr, Förster, Sprengel und Eberhard,und in Göttingen Koppe, Feder, Pütter, Schlözer, Spittler und Heyne.
Diesen in der gelehrten Welt so berühmten Männern verdankte er seine akademischeBildung und ward zugleich durch den freundschaftlichen Umgang mit ihnen daran gewöhnt, auchaußerhalb der akademischen Lchrsälc wissenschaftliche Gegenstände zu behandeln.
Auch suchte er durch häufige Reisen sich mit der Verfassung der benachbarten Pro-vinzen bekannt zn machen nnd die nützlichen Neuerungen in denselben kennen zu lernen, um