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1 (1879)
Entstehung
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wie ihm gleicher Weise der Zustand des Gesammt-Vaterlcmdcö in seiner Schwäche und Leerheitnie gefiel. An verschiedenen Stellen in Briefen und Gedichten aus jener Zeit finden wir Klagenüber den Znstand des Vaterlandes.^) So war er auch zu gereift durch ein nnnntcrbrochenesStudium der Geschichte, als daß für ihn das Jahr 1866 mit seinen harten Schicksalsschlägcn,die jeden Hannoveraner schwer berührten, lediglich ein Unglücksjahr war; nein er sah weiter undlebte der festen Zuversicht, daß dem vergossenen Brndcrblute die Saat der Einigung entsprießenwürde, wie er gleicher Weise überzeugt mar, daß Preußen, das Land des großen Kurfürsten nnddes großen Königs, allein im Stande sei, jene Einigung zu vollziehen. Auch dies noch zu sehenhatte ihm das Schicksal gewahrt. Als daher das geeinte Deutschland in den Kampf nach Frank-reich zog, zögerte er nicht den Bitten seines Sohnes, mit der Armee ziehen zu dürfen, nachzu-geben. Er schreibt demselben:Kannst Du daS Examen'^) jetzt nicht machen, so tritt ohne Examenein. Ziehe mit Gott! Er wird Dich führen nnd leiten, denn er lenkt die Geschicke der Völker,er wird auch das Deine zum rechten Ziele führen!" Kurze Zeit vor seinem Ende sollte er auchnoch die Frucht jener Einigung nnd der siegreichen Kämpfe vernehmen. Er vernahm die Kundevom 18. Januar,Deutschland hat einen Kaiser wieder!"

Schon im folgenden Monat wurde er ans der rüstigen Thätigkcit seines Berufs, ansbcm Kreise der Seinen abgefordert. Es war nicht die kurze Krankheit allein, welche ihn dahin-raffte; seine Kraft, durch die Ereignisse der letzten Jahre erschüttert, war gebrochen; er hatte fürsein Vaterland nnd seinen König bis zuletzt gearbeitet. Daher war sein Ende, im Gefühle treuerfüllter Pflicht, sanft und ruhig. Er entschlief im festen Glanben an seinen Erlöser nnd einbesseres Jenseits, wie cS die Lehre seines Lebens stets gewesen war. Und mit Recht durfte daherder Obcr-Consistorialrath Niemann, derselbe, welcher zwanzig Jahre früher seine Ehe eingesegnethatte, sagen: ***)

"'st So lautet z. B. eines seiner Gedichte auS jener Zeit, veröffentlicht im Vvlksblatt für Stadtund Land:Im schönen deutschen Norden,

Da wogt ein dunkler See;

In seine stillen FinthenVersenkt ich all mein Weh.

Doch, als ich wollte scheiden,

Da weinte laut das Herz,

Mein Vaterland, Dein LeidenZeugt ewig neuen Schmerz.

Wo quillt für deine WundenEin Balsam segensreichUnd lasset dich gesundenDu Iheures deutsches Reich!

Ich bat die Sterne droben:

O zeigt mir an den Ort,

Wo man ihn hat verborgen,

Des deutschen Landes Hort!

Und aus den Sternen winkteDer Engel StrahlenhandHinauf zum heil'gen BronnenJn's ew'ge Fricdensland."

Die Fähnrichsexamina waren des Krieges wegen sistirt.

Diese Leichenrede findet sich gedruckt invi-. E. Niemann Oberconsistorialrath und General-Superintendent, Reden aus dem geistlichen Amte, S. 178." Carl Meyer, 1877. Hannover.