im Ganzen befreit zu bleiben nnd so versprachen die Errungenschaften und Fortschritte de«Liberalismus auch eine größere Dauer. Die Landesverfassung erfuhr eine Umgestaltung imliberalen Geiste, die Volksvertretung wurde auf neuen Grundlagen geordnet nnd zwar beidesdurch ein Gesetz vom 5. September 1848. Darnach wurde die zweite Kammer fortan aus zweivom Könige zu ernennenden Mitgliedern, ans dem von der zweiten Kammer ernannten Kommissairfür das Schulden- nnd Rechnungswesen, ans 38 Depntirtcn der Städte nnd Flecken nnd anK40 ländlichen Abgeordneten gebildet, auch das Wahlrecht zur zweiten Kammer von seinen bis-herigen Schranken befreit. Die nach diesem neuen Grundgesetze gewählte Stündcvcrsammlnngtrat den 1. Februar 1849 zusammen.
Der Amtsasscssor Eggers war seit dem 27. August 1849 zum Abgeordneten dieser all-gemeinen Ständevcrsammlnng vom achten ländlichen Wahlbezirk erwählt und wohnte in der zweitenKammer den Landtagen bis Herbst 1852 bei. Während seines Aufenthalts zu Hannover ver-mählte er sich am 23. Januar 1851 mit Maria Klara Kestncr (geb. den 25. Mai 1826), dereinzigen Tochter des Königlich hannoverschen Geheimen Kammerraths Kestncr,*) welche ihm am24. November**) 1851 zu Meinersen den ersten Sohn Hermann Konrad gebar.
Im October 1852 hatte der Amtsasscssor Eggcrs in Folge der Neuorganisation derBehörden unter Beförderung zum Amtmann das Amt Meinersen erhalten, nachdem er kurz zuvorsein Mandat niedergelegt hatte. Er bezog das alte AmtShans zu Meinersen und hat bis zuseinem Tode 1871 daselbst gewohnt und seine Stellung bekleidet, in welcher ihm beschicken war,zwei große folgenschwere Ereignisse sowohl snr das engere Vaterland als auch das gcsammteDeutschland mit zu durchleben. ^ Die Zeit bis zum Jahre 1866 verlief im Allgemeinen ohne ncnncns-wcrthe Ereignisse, nur ist zu erwähnen, daß Eggers 1862 und 1864 Badcrcisen nach Ems machte,seine angegriffene Gesundheit zu kräftigen und daß ihm am 27. Mai 1365 der König Georg V.den Gnclfenordcn verlieh.
Wenden wir nun jenen Hanptercignissen unsere Blicke zu.
Der 14. Juni des Jahres 1866 endete den Deutschen Bund. Oesterreich hatte denAntrag gestellt auf Mobilmachung des Bnndcshecres gegen Preußen, Preußen dagegen hatteerklärt, es werde, im Falle der Annahme des Antrages, den Bund als gelöst betrachten. Mit9 Stimmen gegen 6, aber noch dazu in unklarer Abstimmung, ward er angenommen. Nun griffPreußen und seine Verbündeten zu den Waffen. Man hatte sich in der Energie Preußens, dieso oft in Zweifel gezogen und auch in der Volksstiinmnng, die man mit der Regierung für zer-fallen hielt weit verrechnet. Als die preußischen Adler flogen, die Trommeln des siebenjährigenKrieges und der Befreiungskriege klangen nnd das Heer, geführt von den Prinzen ans hohen-zollcrschcm Hanse und bald vom Könige selbst, gebildet ans jeglichem Stande, dieses Volk inWaffen, inS Feld rückte, da war der innere Hader vergessen und wie 1813 vereint und mächtigstand Preußen da. Der König Georg V. von Hannover, stolz auf seine wclfischc Abkunft nndsein Königthnm, hatte geschwankt, sich aber zuletzt nach seines Herzens Zuge für Oesterreicherklärt. Sofort rückten die Preußen in alle Länder ein, mit betäubender Schnelligkeit fielen dieSchläge. Am Morgen des 27. Juni standen Preußen und Hannoveraner zum blutigen Kampfe
Hans Hermann Scptimus Kestner, Kämest, hannoverscher Geheimer Kammcrrath, Kommandeur vomGneisen.Orden, geboren am II. August 1786, war ein Sohn der durch Götye bekannt gewordenen CharlotteKestncr, geborenen Buff. Er starb am St. Januar 1871. Seine Gattin Marie Katharina Regina, geb. Lippertaus Frankfurt am Main, war geboren am 12. December 1796 und starb am 9. Februar 1871.
Tage vorher, am 18. November war der König Ernst I. August gestorben, betrauert vonAllen, welche eine energische Durchführung der Reformen wünschten.