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1 (1887)
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Zu diesem Zweck sollte sein Standquartier der kleine Ort Nyshne-Kolymsk sein, von woaus er mit Hundeschlitten auf dem Meereise so weit als thunlich vordringen sollte, umwo möglich das fragliche Land auf diese Weise zu erreichen.

Zu Begleitern des Lieutenants von Wrangeil wurden ernannt: Midshipman vonMatjuschkin, Steuermanns-Offizier Kosmin, Dr. med. Kyber und zwei Matrosen, davon dereine Schlosser, der andere Zimmermann war.

Am glücklichsten war der junge Lieutenant an dem Tage, wo er den Postwagenbestieg, um nach Sibirien abzureisen. Am 26. Mai 1820 meldete er sich in Irkutsk beimAdministrator Speransky, der ganz auf seine Ideen einging.

Nachdem Baron von Wrangeil in 27 Tagen 2500 Werst auf dem Flusse Ka-tschuga zurückgelegt hatte, traf er in Jakutsk ein und reiste mit derselben Geschwindig-keit nach Nislme-Kolymsk, dem Operationspunkt für sein Unternehmen, wo er am 2. No-vember 1820 bei —32 Grad Reaumur anlangte.

Der Aufenthalt der Expedition in Nyshne-Kolymsk hat drei Jahre gedauert, wäh-rend welcher Zeit mehrere Entdeckungsreisen auf dem Eise des Polarmeeres, sowie imSommer Forschungsreisen ins Innere des Landes unternommen wurden.

Das Resultat dieser Expedition war einestheils eine genaue und correcte Aufnahmeder Küste und der Inseln, sowie eine Reihe werthvoller Beobachtungen auf anderenwissenschaftlichen Gebieten; anderntheils aber der begründete Nachweis, dass das vonAndrejew beschriebene Land an der Stelle, wo derselbe es angegeben, nicht existire,weshalb es denn auch von da an von den Karten verschwunden ist.

Dagegen hatten die Erzählungen der Tschukschen bei Wrangeil die Ueberzeugungwachgerufen, dass an einem anderen Punkte, bedeutend weiter nach Osten, im Nordendes Cap Jakan ein unentdecktes Land sich befinde, und er hatte den lebhaften Wunsch,von diesem Cap aus neue Entdeckungsfahrten zu unternehmen, um die Existenz diesesLandes constatiren zu können. Als daher die drei Jahre in Nyshne-Kolymsk vorüberund Ziel und Zweck dieser Expedition erreicht waren, richtete er die dringende Bitte andas kaiserliche Ministerium, ihm noch Mittel zu einer Forschungsreise von weiteren dreiJahren zu gewähren, damit er vom Cap Jakan aus seine Entdeckungsfahrten ausführenkönne. Das Gesuch wurde indess abschlägig beschieden, weil es an Geld zu solchenZwecken gebrach, und zu seinem grossen Leidwesen musste nun Wrangell die Hoffnungaufgeben das gesuchte Land zu finden, von dessen Dasein er so überzeugt war, dass erauf seiner Karte im Norden des Cap Jakan ein Land angegeben hat mit der Bezeichnung:„Berge, bei heiterem Sommerwetter von Cap Jakan aus sichtbar." Es ist ihm aber doch,fast ein halbes Jahrhundert später, die Genugthuung zu theil geworden, dass seine An-gaben und Voraussetzungen sich als vollständig richtig erwiesen haben, indem das imJahre 1867 von Kapitän Long im Norden des Cap Jakan entdeckte Land in seiner Lagean einem Punkte mit der muthmasslichen Angabe auf der Karte Wrangells über dasnoch zu suchende Land übereinstimmt.

Kapitän Long gab ihm den Namen Wrangell-Land, und damit ist dem kühnenund eifrigen Reisenden gerade auf dem Schauplatz seiner mühe- und gefahrvollen Thätig-keit für alle Zeiten ein Denkmal gesetzt.