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1 (1887)
Seite
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In der Nackt versuchten die Polen die Brücke nochmals anzugreifen und branntensie zum Theil ab. Am Morgen sollten wir uns bis zum Städtchen Sniadow zurückziehen,wo der grösste Theil des Garde-Corps zusammengezogen war, weil der Grossfürst Michaeleine Schlacht liefern wollte. General von Bistram machte Vorstellungen, dass die ganzepolnische Armee vor uns stände und die Chaussee nach Bialystock, wie der Weg nachSlotky, der nahen Grenze des Zollamts am Narew-Flusse mit einer langen Brücke nochin unseren Händen war.

Nachdem der Befehl zum Rückzug gegeben, fing derselbe compagnieweise an. Das3. Bataillon, zu dem ich gehörte, war das letzte. Das Bataillon konnte sich ungefährerst nach einer halben Stunde ordentlich sammeln. Als wir dem Feinde aus den Augenwaren, ging es rasch vorwärts, damit jeder sein Bataillon erreichte, welche in einemWalde warteten.

Kaum waren wir aus dem Walde debouchirt, als wir grosse Staubwolken auf derChaussee von Ostrolenka aufsteigen sahen, was uns das Annähern des Feindes ahnen liess.

Die Chaussee hätte die Garde-Kürassier-Division in Schlachtordnung mit einer rei-tenden Batterie besetzt und stand unter Befehl des Prinzen Alexander von Württemberg,der das erste Treffen commandirte. Der Prinz liess das 2. Bataillon unter seinem Com-mandern - Moller als Reserve der Kürassiere aufstellen, während wir das erste so schnellals möglich zu erreichen suchen sollten, welches nach Sniadow geschickt war. Wirschwenkten links, nahmen den nächsten Weg und liessen die Kürassiere hinter uns.

Als wir uns dem Städtchen näherten, fanden wir das ganze Corps schlagfertigdem Feinde gegenüber in einer Entfernung von anderthalb Kanonenschussweite aufgestellt.

Kaum hatten wir unsern Platz eingenommen, als die vollständige Schlachtordnungihre Retirade antrat, und wir jeden Augenblick einen Angriff erwarteten, da der Feinduns gleichmässig folgte und uns weit überlegen war.

Der Tag war heiss, wir mussten über aufgeackerte Felder, die sehr ausgetrocknetwaren, marschiren, der Staub war unerträglich, die Gesichter so bestaubt, dass man fastunkenntlich aussah.

Diese Märsche hatten mich so ermüdet, dass ich kaum weiter konnte. Zum Gefechtkam es nicht. Die Nacht hindurch marschirten wir bis zum Städtchen Rudki, wo das3. Bataillon bleiben und die Vorposten besetzen sollte. Wir standen vor einem Juden-krug, jeder suchte sich etwas zu essen zu schaffen, aber vergebens, es war von unsernVorgängern vollständig aufgeräumt worden.

Die Vorposten waren eben aufgestellt, als der Nachtrupp (es waren Dragoner) invollem Trab durch den Wald geritten kam und vielleicht eine viertel Werst vom Städtchenden Weg besetzten. Im Vorrüberreiten riefen sie: ,.Der Feind folgt!"

Wir bemerkten auch grosse Bewegung im feindlichen Heere. Adjutanten sprengtenhin und her.

Ich erhielt Befehl längs dem Wege so weit als möglich vorzurücken, die anderenCompagnien wurden rechts und links in dem Walde postirt und der General befahl ihnen,mit meiner Compagnie die Lisiere zu halten.