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1 (1887)
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Wir marscMrten durch den Wald ohne den Feind zu sehen, derselbe hatte abereine Anhöhe besetzt und eine Batterie mit 24 Kanonen etablirt, unter deren Schutz seineTruppen sicher waren und unser Corps zu erwarten schienen.

Wir retirirten ohne Aufenthalt weiter und liessen eine Brigade Cavallerie mit ge-höriger Artillerie als Arrieregarde zurück. Weil der Park der Armee bei dem sandigenWege nicht rasch folgen konnte, wurden wir in den Wald geschickt, um den Feind wo-möglich aufzuhalten.

Die Hauptarmee der Polen commandirte General Salutzky, ein früherer General-Adjutant des Kaisers Nicolai, der im Türkenkriege am 10. September 1828 die Garde-Jäger bei Warna ins Verderben führte und verrieth.*)

Der Wald war nicht dicht und fiel in eine Niederung ab, die stellenweise ganzmit Nusssträuchern verwachsen war, und die dem Feinde nützlich sein konnte, da ei-serne Position festhielt.

Die Uhr ging auf die zwölfte Stunde mittags, als der erste Schuss unserer Kanonenhörbar wurde, er war auf die feindliche Colonne gerichtet, die den Weg besetzt hatte.

Rechts stand meine Compagnie, links die meines Vetters Wilhelm von Hehn, der beiWarna 1818 eine Verwundung erhalten, die ihm den linken Arm steif und unbrauchbargemacht hatte.

Es war Schlag 12 Uhr mittags am 8. Mai 1831, ein schöner Tag. Ich reichteWilhelm die Hand und sagte: „Ehe die Sonne untergeht, hat manches Herz zu schlagenaufgehört", und wir drückten uns schweigend die Hände.

Gleich hierauf hörten wir das Signal, dass die Tirailleurs sich zerstreuen sollten,und das „Links".

Ein Dragoner-Unteroffizier mit einigen Soldaten wurden zum Recognoscirenfüberdas Vorgefallene vorgeschickt, waren aber noch nicht aus unserem Gesichtskreise, alsauf sie geschossen wurde, woraus man erkannte, dass die Polen das verwachsene Wäldchenbesetzt hatten.

Wilhelm von Hehn ging mit seiner Compagnie dem Feind entgegen und seine Stell ungbesetzte ich mit einem Zuge meiner Compagnie. Da eröffnete sich ein heftiges Flinten-feuer von der linken Seite des Weges. Den Feind konnten wir noch nicht sehen, hörtenaber die Kanonen, deren Geschosse im Walde grässlich wütheten und Spitzen der Bäumeund Zweige abschlugen, so dass viele Verwundungen vorkamen. Der Feind marschirtein Colonnen durch den Wald. Unsere Soldaten schlugen sich äusserst tapfer und jbliebenim Zurückgehen. Schritt vor Schritt kam uns der Feind näher und wurde dann mit demBajonet zurückgeworfen. Wir sollten den Wald so lange als möglich behaupten, dreimalging es mit dem Bajonet durch den Wald, unermüdlich wurde gekämpft und mit grosserTapferkeit schlugen sich unsere Leute. Es ging schon gegen Abend. Als wir zumletzten Male den Wald forcirten, fanden wir auf dem Wege, unsern Kanonen gegenüber,eine feindliche Kanone demontirt liegen.

Der Seconde-Lieutenant vom Generalstabe Frolof kam mit dem Befehl, das de-montirte Geschütz mitzunehmen. Ich konnte nur einen Zug dazu benutzen, da unsere

!) Er war damals ilir Divisions-Chef.