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General von Bistram machte es Freude, mich als decorirten Offizier zn sehen. Erbesuchte uns oft, ihm dankte ich die Stellung, in der ich war, denn durch ihn kam ichin die Garde. Leider musste er bald Petersburg verlassen, da die Folgen seinervielen Blessuren ihn kränklich machten und er ins Ausland ging, von wo er nichtmehr zurückkehrte. 1830 hielt er unser erstes Kind zur Taufe, das den Namen „Nicolai"bekam. Bistram starb im Juli 1838.
Am 1. November 1830 marschirte die Garde über Livland nach Polen, wo imNovember in Warschau der Aufstand ausgebrochen.
Frau und Kind blieben bei den Eltern, Schwester und Verwandte sah ich wieder.So ging es beim kalten Wintermarsch weiter. Bis zum 4. Mai 1831 war nichts vonBedeutung vorgefallen. Man schlug sich ohne grossen Erfolg.
Am 4. Mai war das erste ernste Zusammentreffen mit dem Garde-Corps, welchesGeneral von Bistram, auf kurze Zeit aus dem Auslande gekommen, commandirte. DieGarde-Jäger befehligte General Poleschko, der die Avantgarde von Bistram, bestehend auseinem Bataillon Jäger mit zwei Geschützen und einigen Schwadronen Kosaken, führte.
Wir standen bei dem Dorfe Pschetizi. Meine Compagnie war auf der Vorhut undich blieb in der Arriere-Garde bei dem Dorfe Dolgosedlo. Es war dies meine ersteAffaire gegen europäische Truppen.
Pschetizi hiess auch das Herrengut, welches ganz nahe liegt, von Gärten undFeldern umgeben ist, und an einen lichten Tannenwald grenzt. Das Gut liegt aufeiner Anhöhe, der Weg nach der Stadt Louesa ging ganz nahe vorbei und einFlüsschen schlängelte sich längs dem Weg und dem Gut. Unser Lager stand auf einemSandhügel, von dem man die Wege übersehen konnte. Rechts stand die Artillerie undein halbes Bataillon, links die andere Hälfte der Truppen schon bis in den Wald hinein.Zelte hatten wir nicht, es waren bloss Hütten aus Tannenzweigen. Meine Compagniehatte am Morgen die Vorposten bezogen und ich war du-jour der ganzen Abtheilung.
Der 4. Mai war ein sehr heisser Tag. Einige Kameraden wollten baden undfanden im Garten einen Teich. Da hörten wir in der Entfernimg schiessen, und baldsprengte auch ein Kosak auf schaumbedecktem Pferde mit der Nachricht heran: derFeind kommt. Gleichzeitig kam auch schon der Befehl, die Kochkessel auszugiessen undzu packen, ich musste mich auf die Vorposten begeben mit dem Befehl, dass, wenn der Feindzu stark sei, ins Dorf zu retiriren, womöglich mich festzusetzen, und dort auf spätere Ordrezu warten. Meine kleine Reserve stand neben dem Wohnhause, von wo man die ganzeUmgegend übersehen konnte. Der zehnmal stärkere Feind kam langsamen Schrittes,unterhielt dabei ein fortwährendes Tirailleurfeuer, und stellte sich an die Waldlisiere,ohne dass das Schiessen aufhörte.
Nun kam General Poleschko und befahl, diese Position bis aufs äusserste zuvertheidigen und schickte zwei Kanonen, welche neben dem Wohnhause aufgestellt wurden.Blessirte und Sterbende wurden schon getragen.
Menien Tirailleurs suchte ich näher zu kommen, wollte auf Ordnung sehen, alsich bemerkte, dass vom Lager nichts mehr zu sehen war, die Kanonen blieben auch aus,und ich erkannte die schwere Stellung, in der ich mich befand.