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Vom 9. bis zum 15. August, dem Tage des Sturms, war ich ohne Abwechselungauf der Bresche-Batterie stets der Gefahr ausgesetzt, aber auch wunderbar beschützt,was ich dankbar in tiefster Seele erkannte.
In dieser Zeit war es, wo zwei alte graubärtige Türken mich verfolgten und nachmir zielten. Dem ersten versagte die Flinte und er lief davon. Die andere Kugel trafmich durch Gottes Gnade nicht. Da warf der Kerl die Flinte fort, griff nach demJatagan und kam auf mich los. Ich richtete mein Gewehr auf ihn, traf seine offeneBrust und er stürzte hin, so dass ich ihn nicht mehr ansehen mochte. Der Krieg machtfür anderes Leid unempfindlich. Ich bat Unteroffiziere, mir die Waffe 1 ) des Türken zubringen, wenn ich am Leben bliebe.
Eines Tages hatte ich mich mit dem Oberst Warsilin, Kosaken-Commandeur dercombinirten Linie, unter einen Pulverkasten hingestreckt und über die Fiemera eineBurka gedeckt, um Schutz vor der heissen Sonne zu finden, als eine feindliche Granatezu unsern Füssen platzte, unsern Vorhang, die Burka, wie auch zwei Speichen aus einemRade fortreissend.
Gottes Hilfe und Vaterhand schützte uns wunderbar. Bei solchen Gelegenheitenerkennt man die Allmacht Gottes!
In der Nacht musste von der rechten Seite noch eine Tranchee-Batterie aufgeführtwerden. Unser Regiment, das 42., rückte dicht vor die Festungswerke und wurde vomOberst Filosofof geführt. Ich sollte die Batterie mit meiner Compagnie decken undstand mit der 2. Jäger-Compagnie in einem Graben.
Gegen Abend begann der Sturm. Wir waren schwach an Truppen und konntennur zwei Bataillone des Scliiriwanschen Regiments mit Sappeuren zum Angriff in dieBresche schicken. Sie drangen bis zur katholischen Kirche vor, um welche ein ziemlichfreier Platz war. Die Garnison der Festung und wer sich glaubte schützen zu können,ging dorthin. Die grosse Menschenmenge brachte uns grosse Verluste an Leuten und eswar nahe daran, dass wir zurückgehen mussten.
Während dieser Zeit hatte Filosofof eine Bresche gelegt, die freilich nicht breiterals eine Hausthür war, den Feind aber doch vom Hauptsturm abzog. Hierauf erhieltOberst Jermolof den Befehl von Paskewitsch, die Bresche zu erstürmen. Es gelang ohnebedeutenden Verlust. Es kam Verstärkung mit zwei leichten Kosakengeschützen, welcheüber den Festungsgraben geschafft werden mussten. Zum Glück waren die Wälle mitstarken Balken verpallisadirt, welche zum Bau der Brücke verwendet werden konnten, dieüber den Graben führen sollte. Thüren aus nahe stehenden Häusern wurden gebracht undauf die Balken gelegt. Unterdessen that der Feind alles, um uns aufznhalten, und be-schoss uns mit Gewehrfeuer von allen Seiten.
Wir brachten die eine Kanone hinüber, mit der zweiten ging es nicht, weil dasFeuer zu heftig wurde. Die Kanone fing an zu rollen und stürzte in den Graben. Vielewurden verwundet. Viel Mühe und Arbeit kostete es uns, die Kanone herauszuhebenund brauchbar zu machen.
!) Es war ein Stutzer mit der Inschrift: Aclialzig den 9. August 1828.